Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Biomarkt und Biolebensmittel

Biokrise verschärft sich: Große Bio-Marktkette ist insolvent

Biosupermarkt-AdobeStock_20224547
am Mittwoch, 21.12.2022 - 10:19 (Jetzt kommentieren)

Die Biobranche hat weiter mit der hohen Inflation und explodierende Kosten zu kämpfen. Die Münchner Biomarktkette Basic meldet nun Insolvenz an. Basic will sich jedoch aus eigener Kraft sanieren. Die Basic-Tochter Biomammut ist bereits insolvent.

biogemüse.

Die Bio-Supermarktkette Basic hat beim Amtsgericht München ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich zu sanieren. Das Amtsgericht München ist dem Antrag auf diese Variante im Insolvenzrecht bereits gefolgt. Das hat Basic dem Bayerischen Rundfunk (BR) bestätigt.

„Das Schutzschirmverfahren bietet der Basic AG einen bewährten rechtlichen Rahmen, um die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen bei gleichzeitig weiterlaufendem Geschäftsbetrieb schnell und wirksam umzusetzen“, hieß es vom Unternehmen. Eine Zahlungsunfähigkeit liege nicht vor.

Sinkende Nachfrage und steigende Mieten haben die Bio-Supermarktkette Basic offenbar in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Die Läden bleiben aber weiter geöffnet, sagt Basic. Bei einer Restrukturierung über ein Schutzschirm-Verfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung.

Das Insolvenzrecht erlaubt dies nur in Fällen, in denen Unternehmen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Den Angaben zufolge wird der Vorstand der Basic AG nun gemeinsam mit den Sanierungsberatern und in Abstimmung mit Sachwalter und Gläubigern einen Sanierungsplan entwickeln. Vorstand und Berater gehen davon aus, dass das Sanierungsverfahren im Sommer beendet werden kann.

Basic-Tochter Biomammut ist bereits insolvent

„Wie bei den meisten anderen deutschen Bio-Supermärkten hätten die Preiserhöhungen bei Lebensmitteln zu einer Zurückhaltung der Verbraucher geführt“, hieß es zur Begründung der Schwierigkeiten in einer Mitteilung. Zwar seien die meisten Kunden treu, doch bei 15 Prozent handele es sich um Wechselkunden, die sich angesichts der hohen Inflation zurückhielten.

Hinzu kämen die stark gestiegenen Energiekosten, die den Einzelhandel mit seinen großen Flächen besonders träfen. Das Unternehmen sei aber nicht zahlungsunfähig, hieß es weiter. Die Gehälter der rund 520 Mitarbeiter der 20 deutschen Filialen seien für drei Monate durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert. Die Basic-Filialen sollen während des Verfahrens in Eigenverwaltung für ihre Kunden weiterhin geöffnet bleiben, mit unverändertem Sortiment.

Die in München ansässige Kette betreibt in Deutschland 20 Filialen, davon die meisten in Bayern. Noch im November hatte Basic im Münchner Stadtteil Moosach einen neuen Bio-Supermarkt eröffnet.

Ende November musste jedoch die 2021 zugekaufte Tochter Biomammut, die sechs Märkte in Baden-Württemberg betreibt, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung anmelden. Wie die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtete, gilt Basic bereits seit längerem als defizitär. Die Firma kämpfe nicht nur mit den Belastungen der übernommenen Biomammut-Märkte, sondern auch mit erhöhten Kosten durch steigende Indexmieten und Energiekosten.

Der Sanierungsexperte und Geschäftsführer von Biomammuth Peter Raab sagt dem Focus: „Selbst Bio-affine Verbraucher gehen zunehmend zum Discounter, um die Kostensteigerungen auszugleichen.“ Biomammut war unter diesen Voraussetzungen einfach nicht groß genug, um weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können.

Mit Material von Bayerischen Rundfunk (BR)

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...