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Ökomarkt

Bioland verkauft Ökoprodukte bei Lidl

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
18.01.2019

Die Zusammenarbeit zwischen dem Discounter Lidl und Bioland, dem größten deutschen Bioverband, hat nicht nur in der Ökobranche für Wirbel gesorgt.

Nicht alle Biobauern, Fachhändler und Verbraucher sind mit dieser Kooperation einverstanden. Dennoch glaubt Bioland auf dem richtigen Weg zu sein. Denn damit die Produktion von Bio weiter wachsen kann, müssen auch Absatz und Verbrauch weiter steigen.

Rund 18 Monate hatten die Verhandlungen zwischen Bioland und Lidl gedauert. Auf der Grünen Woche haben die beiden Partner auf einer Pressekonferenz ihr Konzept vorgestellt und erklärt.

Eindeutige Regeln vereinbart

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Jan Plagge, Präsident von Bioland, stellte sich gemeinsam mit Jan Bock, dem Einkaufschef von Lidl, auf der Grünen Woche den Fragen. Plage sagte zur Zusammenarbeit der beiden Partner: „Wir haben eindeutige Regeln vereinbart“. Das bedeutet für die bei Lidl verkauften Produkte, dass sich die Standards, für die Bioland steht, auch in den Preisen bei Lidl wiederfinden. Auch wenn diese Lebensmittel jetzt beim Discounter verkauft werden.

Wieviel Lidl allerdings für einen Liter Biomilch an Bioland zahlt, sagte der Einkaufschef von Lidl auf der Grünen Woche nicht. Für die Kunden kostet der Liter jedenfalls 1,05 Euro. Allerdings sind sind die Biolandprodukte grundsätzlich von den Angebots-Aktionen des Discounters ausgenommen. Das ist ein Novum.

Der Einkaufschef von Lidl sagte dazu: „Wir haben uns verpflichtet, keine Ware von Bioland zu Aktionspreisen anzubieten. Das war ein großer Schritt für uns, weil Aktionspreise in unserer DNA liegen.“

Den Biomarkt selber gestalten

Um Angebots-Aktionen und Preisdumping zu verhindern, hat sich Bioland also vertraglich abgesichert. Darüber hinaus verpflichtet sich Lidl zu einem fairen Umgang mit den Lieferanten sowie zu fairen Erzeuger- und Herstellerpreisen. Zu diesem Zweck hat Bioland Fair-Play-Regeln festgelegt und eine Ombudsstelle eingerichtet. Diese soll, wenn es nötig werden sollte, zwischen den beiden Parteien vermitteln und kann auch Sanktionen aussprechen.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung in Berlin hatte Bioland für die Kooperation mit Lidl geworben. Bioland-Präsident Jan Plagge begründete das Vorgehen des größten Bioverbandes folgendermaßen: „Für die Entwicklung des Biolandbaus in Deutschland ist es von zentraler Bedeutung, dass der klassische Lebensmittelhandel auf heimische hochwertige Bio-Qualität setzt - statt auf globales EU-Bio."

Weiterhin argumentierte der Biolandchef: "Wenn man diesen Prozess aktiv mitgestalten will, kann man nicht nur auf den LEH setzen. Besser wir als Verband gestalten im Sinne unserer Hersteller und Erzeuger den Biomarkt mit heimischem Qualitätsbio, statt die Entwicklung den Händlern alleine zu überlassen.“

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