Login
Molkereibranche

BMI rechnet bis Herbst mit gutem Käseabsatz

BMI-Hochregallager-Jessen
Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
19.06.2018

Die Bayerische Milchindustrie (BMI) will ihre Erzeugergruppen stärker einbinden. Dazu wurde nun ein 20-köpfiger Fachbeirat gegründet.

Im laufenden Geschäftsjahr 2018 habe die Bayerische Milchindustrie eG (BMI), Landshut, die Deckungsbeitragsverluste aufgrund sinkender Preise für Frische im Mai und Juni teilweise durch die gute Fettverwertung kompensieren können. Derzeit tendiert Magermilchpulver fester. „Deshalb ist die Kuppelverwertung aus Butter und Magermilchpulver aktuell ein echte Alternative zur Käseverwertung im LEH“,  sagte der BMI-Vorstandsvorsitzende Peter Hartmann auf der Bilanzpressekonferenz der Genossenschaft. Hier seien die Abschlüsse bei konfektioniertem Käse derzeit rückläufig.

Saisonal bedingt erwartet das Unternehmen eine gute Käsenachfrage im zweiten Halbjahr sowie feste Preise bei Molkenderivaten. Eine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wagte Hartmann aber nicht.

Für Juni hat die BMI einen um 0,5 Cent/kg höheren Milchpreis angekündigt. Allerdings schloss Hartmann bei Biomilch in den kommenden Monaten leichte Preisrückgänge nicht aus. "In den letzten Wochen sind die Preise für Bio-Magermilchpulver unter Druck geraten", so der Vorstandschef. Auf Wunsch der Erzeugergruppen werde man den Milchpreis künftig einen Monat im Voraus bekanntgeben.

Ab Juli Umrechnungsfaktor von 1,03

Zudem wendet die BMI ab Juli den Umrechungsfaktor für 1 Liter Milch in Kilogramm von 1,03 statt wie bisher von 1,02 an. Da die BMI-Erzeugergruppen durch den höheren Umrechnungsfaktor mehr Milch erzeugen, müssen sie auch ihre Geschäftsanteile entsprechend um 1 Prozent aufstocken.

Auf der Generalversammlung hat die BMI formell die Bildung einer Fachgruppe Primärrohstoffe beschlossen. Dem Gremium gehören 20 Landwirte an, die über ihre Erzeugergruppierungen an der BMI beteiligt sind. Das Gremium soll Themen wie Auszahlungszeitpunkt Milchgeld, Tierwohl/Nachhaltigkeit, Milchlieferordnung, Mengenoptimierung oder Bonus-Malus-System diskutieren und dem Vorstand Vorschläge unterbreiten.

Weniger Produkte erzeugt

Die BMI zahlte im vergangenen Jahr für Standardmilch (4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß) im Durchschnitt 35,3 Cent/kg für konventionelle Milch und 37,43 Cent/kg netto für gentechnikfrei erzeugte Milch. Für Milch in Bio-Qualität waren es durchschnittlich 50,74 Cent/kg netto bei tatsächlichen Inhaltsstoffen.

Die Genossenschaft erfasste und verarbeitete 2017 insgesamt 836,4 Mio. kg Rohmilch, davon 38,9 Mio. kg Bio-Rohmilch. Die verarbeitete Bio-Rohstoffmenge insgesamt (Bio-Molkenrohstoffe und Bio-Milch) stieg von 416.000 Tonnen auf 449.000 Tonnen – das entspricht einem Zuwachs von rund 8 Prozent. Die Produktionsmenge reduzierte sich in ihrer Gesamtheit um 3,8 Prozent auf 305.510 Tonnen.

Jahresüberschuss deutlich gesunken

Obersojer-Hartmann-BMI

Den Jahresumsatz erhöhte die BMI im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15,2 Prozent auf
613 Mio. Euro. Dabei stiegen die Verkaufserlöse im Inland mit 18,3 Prozent auf 325,9 Mio. stärker als außerhalb Deutschlands. Im Export verzeichnete die BMI ein Umsatzplus von 11,9 Prozent auf 287,1 Mio. Euro. Die Exportquote lag bei 46,8 % und damit leicht unter Vorjahresniveau.

"Vor allem der Preisverfall von Käse und Magermilchpulver im 4. Quartal 2017 hat das operative Ergebnis deutlich geschmälert", begründet Dr. Thomas Obersojer, BMI-Vorstand, den stark gesunkenen Jahresübeschuss von 2,8 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es noch 11,6 Mio. Euro. Das 2016er Ergebnis enthält aber auch den Sondereffekt des Grundstücksverkaufs in Landshut, der rund 10 Mio. Euro in die Kassen spülte. Von 2010 bis 2014 lag der Jahresüberschuss deutlich über dem Ergebnis von 2017.

"Wir haben auch 2017 die Wertschöpfungstiefe erneut erhöhen können. Der Rohertrag als Maßstab dafür ist um 6,3 Mio. Euro auf 135,1 Mio. Euro gestiegen", so Dr. Obersojer. 

Das Eigenkapital der BMI-Gruppe betrug laut Bilanz 69,5 Mio. Euro. Obwohl das Eigenkapital absolut gestiegen ist, sank die Eigenkapitalquote wegen der höheren Bilanzsumme von 38,3 Prozent auf 35,4 Prozent.

Auch interessant