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Landwirtschaftliche Einkommen

Brexit kommt deutsche Landwirte teuer zu stehen

EU und Großbritannien gespalten
am
06.03.2019

Der Brexit reißt ein Riesenloch in die EU-Agrarkasse. Für Landwirte dürfte das erhebliche Konsequenzen haben.

Geld und Europafahne

Das Vereinigte Königreich ist nach Deutschland der zweitgrößte Nettozahler der EU. Der jährliche EU-Haushalt beläuft sich derzeit auf rund 145 Milliarden Euro. Davon sind 56 Milliarden für die Landwirtschaft vorgesehen. Das ist der größte Posten. Mit dem Brexit dürften die verfügbaren Mittel jedoch spürbar schrumpfen. Bei den Verhandlungen über den neuen EU-Haushalt ab 2021 ist das Vereinigte Königreich jedenfalls nicht mehr dabei und zahlt auch nicht mehr in die EU-Kasse ein.

Der Brexit dürfte ein Loch von 10 bis 13 Milliarden Euro pro Jahr in den europäischen Haushalt reißen. Um dieses Riesenloch zu stopfen, wird die EU kräftig sparen müssen - wohl auch in der Landwirtschaft. Deshalb müssen sich Landwirte auf Kürzungen einstellen. Die hatte der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger bereits 2018 angekündigt. Die Mittel für die Agrar- und Kohäsionsfonds sollen danach um jeweils fünf bis zehn Prozent verringert werden.

Gespart wird wohl vor allem bei den Direktzahlungen. Das werden die deutschen Landwirte ganz unabhängig von den Marktverwerfungen durch den Brexit spüren. Schließlich machen die Direktzahlungen etwa 37 Prozent ihres Einkommens aus. 

Briten wollen Direktzahlungen ganz abschaffen

Das Vereinigte Königreich will nach dem Brexit einen anderen Weg gehen. Dort möchte man die landwirtschaftlichen Direktzahlungen nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren völlig abschaffen. Der damalige britische Landwirtschaftsminister Michael Gove hatte seine Pläne für die Agrarzahlungen nach dem Brexit im vorigen Herbst vorgestellt.

Danach sollen die bisherigen Zahlungen bis 2027 schrittweise vollständig abgebaut werden. Ab 2027 sollen öffentliche Mittel an Landwirte nur noch für die Erbringung öffentlicher Leistungen gezahlt werden. Dazu zählen fast ausschließlich Maßnahmen zum Umwelt-und Naturschutz.

Die Landwirtschaftsverbände auf der Insel laufen jedoch Sturm gegen diese Vorschläge. Das Parlament muss den Vorschlägen noch zustimmen. Sollte es im Vereinigten Königreich jedoch zum Ende der Direktzahlungen kommen, dürfte das wohl auch die weitere Agrarpolitik in der EU beeinflussen.

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