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Innovationen

Cargill investiert Millionen in Labor-Fleisch

Rindfleisch
Norbert Lehmann, agrarmanager
am
29.08.2017

Der Agrarkonzern Cargill investiert zusammen mit einer Gruppe von Risikoanlegern 17 Millionen Dollar in die Entwicklung von „Labor-Fleisch“.

Agrarkonzern Cargill investiert kräftig in Richtung Zukunft. Mit rund 17 Millionen Dollar soll das Start up-Unternehmen Memphis Meats aus San Francisco, Kalifornien, sein Verfahren für die Herstellung von Fleisch aus Zellkulturen soweit vorantreiben, dass die Produktion im industriellen Maßstab zu konkurrenzfähigen Kosten erfolgen kann. Ziel ist,  „clean meat“ oder übersetzt „sauberes Fleisch“ bis 2021 auf die Teller der Verbraucher zu bringen.

Proteinhunger der Welt mit Labor-Fleisch stillen

Bereits seit einigen Jahren tüftelt eine Reihe von Gründern an der Herstellung von Labor-Fleisch. Sie wollen den Proteinhunger der wachsenden Weltbevölkerung stillen, ohne dass dafür Nutztiere gehalten und geschlachtet werden müssen.

Der erste Burger aus dem Labor, entwickelt von niederländischen Forschern, wurde 2013 in London gebraten. Der Kilopreis ging damals in die Millionen. Memphis Meats stellte im Februar 2016 seinen ersten kultivierten Fleischklops vor. Im März dieses Jahres folgte das erste In-vitro-Geflügelfleisch.

Cargill investiert in innovative Eiweißversorgung

Dass illustre Risikoanleger und Philantropen wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder Richard Branson, Gründer der Fluggesellschaft Virgin, in Memphis Meats investieren, verwundert nicht. Aber dass mit Cargill einer der größten Agrarhändler der Welt mit von der Partie ist, lässt aufhorchen.

Sonya McCullum Roberts, die Chefin von Cargill Protein, erklärte: „Unsere Investition in Memphis Meats ist ein interessanter Weg für Cargill, um das Potenzial dieses wachsenden Segments des Eiweißmarktes zu erkunden.“ Cargill werde sowohl sein traditionelles Proteingeschäft weiterentwickeln als auch in innovative Formen der Eiweißversorgung investieren.

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