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Afrikanische Schweinepest

China: 40 Prozent weniger Schweine - Rekordpreise

Schweine China
am Freitag, 27.09.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Fast 40 Prozent weniger Schweine als im vorigen Jahr zählte das chinesische Ministerium für Landwirtschaft im August.

Damit dürfte die Versorgung mit Schweinefleisch im Reich der Mitte immer enger werden. Auch die Preise für Schweine und Schweinefleisch sind zuletzt auf immer neue Rekordwerte gestiegen – auch wenn die Regierung bereits zahlreiche Gegenmaßnahmen ergriffen hat. Erst Städte subventionieren den Fleischeinkauf der Bürger.

Die Importe von Schweinefleisch dürften durch diese riesige Versorgungslücke jedoch weiter angekurbelt werden. Das Ministerium geht davon aus, dass die Schweinepreise (zumindest) während der einwöchigen Nationalfeiertage in der ersten Oktoberwoche stabil bleiben. Grund: Die Zentralregierung und die lokalen Behörden haben dem Markt zusätzliche (staatliche) Fleischvorräte zur Deckung der Urlaubsnachfrage hinzugefügt.

Ob die massiven Fördermaßnahmen und Subventionen den Bestand aber schnell stabilisieren und wieder nach oben bringen können – ist zweifelhaft. Die Behörden sind davon überzeugt – die aktuelle Marktentwicklung spricht jedoch eine andere Sprache.

Behörden sind optimistisch

Schweine in China

Trotz der katastrophalen Bestandsentwicklung erwarten die Behörden eine Erholung der Produktion. Grund sind zahlreiche staatliche Maßnahmen und massive Förderprogramme, teilte ein Beamter des Landwirtschaftsministeriums am Mittwoch mit.

Yang Zhenhai, Chef des Ministeriums für Tierhaltung und Veterinärmedizin, sagte, die erwartete Bestands-Erholung sei darauf zurückzuführen, dass sich die Schweinepestepidemie (ASP) nicht weiter ausbreite und verschiedene Maßnahmen in Kraft traten.

Anfang des Monats hatten die Behörden eine Reihe von Richtlinien heraus gegeben. Diese zielten auf die massive Unterstützung der nationalen Schweineproduktion ab. Ursache war, dass die Schweinefleischpreise beim weltweit größten Schweineproduzenten und Verbraucher, auf immer neue Rekordhöhen stiegen.

Subventionen und Fördermaßnahmen

Die Maßnahmen umfassen Subventionen zur Unterstützung des Baus großer Schweinehaltungsbetriebe, und Möglichkeiten zur Senkung der Land- und Betriebskosten für die Schweinehaltungsbetriebe.

Viele Provinzregierungen hatten in den letzten Wochen ebenfalls Pläne zur Steigerung der Schweineproduktion und zur Stabilisierung der Schweinefleischversorgung auf den Weg gebracht.

"Es wird erwartet, dass sich das Angebot auf dem Schweinefleischmarkt allmählich stabilisiert und erholt, und die Schweinefleischpreise allmählich auf ein vernünftiges Niveau zurückfallen werden", sagte Yang.

Fleischpreise: Von Rekord zu Rekord

Schweine Transport China

Anfang September hatte eine Stadtverwaltung im Süden Chinas eine begrenzte Menge Schweinefleisch zu ermäßigten Preisen verkauft, um den Verbrauchern bei der Bewältigung der sehr hohen Preise zu helfen.

Ab dem 1. September konnten die Bewohner von Nanning, der Hauptstadt der südwestlichen Region Guangxi, täglich bis zu 1 kg Schweinefleisch mit einem Rabatt von mehr als 10 Prozent auf den durchschnittlichen Marktpreis der letzten 10 Tage kaufen, berichten regionale Zeitungen. Die Schweinefleischpreise in Nanning stiegen daraufhin auf 40 Yuan (5,64 USD bzw. 5,20 Euro) pro kg. Die Menschen im Südwesten Chinas haben den höchsten Schweinefleischkonsum im Land. Guangxi ist jedoch eine der ärmsten Regionen Chinas.

Die Einzelhandelspreise für Schweinefleisch sind aber in ganz China sehr kräftig gestiegen und erreichten im August einen neuen Rekordwert. In der Woche bis zum 21. August lagen die Preise nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten im nationalen Durchschnitt bei 35,12 Yuan pro kg (4,55 Euro/kg). Das sind 57 Prozent mehr als die Chinesen vor einem Jahr bezahlen mussten.

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