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Corona-Virus

China: Lebensmittel werden knapp

Chinesin
am Freitag, 31.01.2020 - 11:20 (Jetzt kommentieren)

In China werden nach dem Ausbruch des Corona-Virus die Lebensmittel knapp. Grund: Die Unterbrechung der Transportwege. Die Preise steigen.

China

 

Chinas Regierung fordert die Lebensmittelproduzenten nachdrücklich dazu auf, die Produktion nach dem Ausbruch des Corana-Virus wieder aufzunehmen. Grund ist die zunehmend angespannte Versorgungslage nach dem Ausbruch der Viruserkrankung. Durch die Absperrung ganzer Städte und vieler Straßen und Flughäfen konnten zuletzt nämlich kaum noch Nahrungsmittel transportiert werden.

Chinas Landwirtschaftsministerium hat am Donnerstag sowohl die Futtermittelproduzenten als auch die Schlachthöfe dringend gebeten, die Wiederaufnahme der Produktion zu beschleunigen, um die angespannte Versorgung nach Ausbruch des Corona-Virus zu verbessern, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Fabriken bleiben normalerweise während des Neujahrsfestes geschlossen, dass in diesem Jahr bis Anfang Februar verlängert wurde. Damit wollen die Behörden die Ausbreitung der Epidemie eindämmen, die bisher 170 Menschen in China getötet und mehr als 8.100 Menschen infiziert hat.

Transportstopp und Panikkäufe

China

Der Virusausbruch hat in einigen chinesischen Städten zu einem sehr kräftigen Preisanstieg und einer unzureichenden Versorgung mit Nahrungsmitteln geführt. Ursache waren offenbar Panikkäufe und die Unterbrechung der Transportwege.

Das Landwirtschafts- und das Verkehrsministerium gaben deshalb am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung heraus. Darin wurden die lokalen Behörden aufgefordert, die Autobahnen und Hauptstraßen zwischen den Provinzen trotz des Virusausbruchs nicht völiig zu abzusperren, damit die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln erfolgen kann.

Die Regierung in Peking hatte zuvor außergewöhnliche Maßnahmen zur Bekämpfung des neuen Korona-Virus ergriffen, die den Transport im ganzen Land massiv einschränkte. Allein in der Hubei-Provinz sitzen deshalb mehr als 50 Millionen Menschen fest. Die Straßensperren, die den Verkehr zwischen den Provinzen unterbinden sollten, haben jedoch auch die Lieferketten massiv behindert oder unterbrochen.

"Dies hat dazu geführt, dass Gemüse und andere Produkte, die Dörfer nicht mehr verlassen und nicht mehr in die Städte gelangen konnten. Außerdem war es schwierig, die Futtermittel für Vieh und Geflügel rechtzeitig aufzufüllen", heißt es in der Erklärung der Ministerien.

Schweinefleisch-Preise verdoppelt

Schweine China

Die Bekanntmachung der Ministerien kam, nachdem der Shouguang-Gemüsepreisindex, der ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der nationalen Produktpreise ist, auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren kletterte, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Lebensmittelpreise waren jedoch schon zuvor massiv gestiegen, nachdem die Afrikanische Schweinepest die chinesischen Schweinebestände nahezu halbiert hatte. Die Schweinepreise hatten sich im Dezember gegenüber dem Vorjahr auf einen Rekordstand verdoppelt. Nun steigen die Preise für alle anderen Lebensmittel ebenfalls steil an.

Die politisch sehr sensiblen Lebensmittelpreise kletterten im Dezember 2019 gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Prozent, nachdem sie bereits im November um 19,1 Prozent gestiegen waren. Die Schweinefleischpreise hatten im Dezember den zehnten Monat in Folge zugelegt. Auch die Preise für Speiseöl, frisches Gemüse und Eier stiegen kräftig weiter an. Dagegen kostete frisches Obst im Dezember zunächst weniger. Das dürfte zunächst einmal vorbei sein.

Infektion breitet sich aus – Ökonomische Folgen

China

Die Infektionen mit dem Corona-Virus hatten sich am Donnerstag weltweit auf mehr als 8.100 Menschen ausgeweitet. Damit wird auch die SARS-Epidemie von 2002/03 übertroffen. Die Mehrheit der Infizierten Menschen befindet sich in China. Das Virus stammt offenbar aus einem illegalen Wildtiermarkt in der Stadt Wuhan und hat bisher insgesamt 170 Todesopfer gefordert, wie die neuesten offiziellen Daten zeigten. Auch in anderen Ländern sind mehr als 100 Fälle aufgetreten, von Japan bis in die USA, über Frankreich und Deutschland.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die das grippeähnliche Korona-Virus zunächst nicht als globalen Notfall deklariert hatte, hat dies bei einem Treffen in Genf am Donnerstag nun doch getan. Ökonomen befürchten jedoch, dass die Auswirkungen der Epidemie größer sein werden als bei SARS, da China jetzt einen deutlich größeren Anteil an der Weltwirtschaft hat. 

Die globalen Aktien- und Rohstoffmärkte standen am Donnerstag erneut unter Druck. Der Yuan rutschte weiter nach unten. Auch der Ölpreis fiel kräftig.Tausende von Fabrikarbeitern, die an Neujahrsfeiertagen zu Hause verbringen, haben möglicherweise aufgrund der Reisebeschränkungen Probleme, nächste Woche wieder an die Arbeit zu gehen. Der US-Notenbankchef Jerome Powell sagte am Mittwoch. "Wenn sich Chinas Wirtschaft verlangsamt, spüren wir das alle".

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