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Afrikanische Schweinepest

China/Schweine: Trendwende bei ASP-Epidemie?

Schweine
am Mittwoch, 27.11.2019 - 12:12 (Jetzt kommentieren)

Chinas Bestand an Zuchtsauen nimmt wieder zu. Ist das die Trendwende der ASP-Epidemie?

Das ist die erste Zunahme des Sauenbestandes seit 19 Monaten. Das melden zumindest die chinesischen Behörden. Die Schweineherde geht nochmals leicht zurück. Jedoch ist das der bisher kleinste Rückgang überhaupt. Die Schweine-Bestände in großen Betrieben sind sogar um fast 5 Prozent gestiegen.

Allerdings steigt das Risiko eines erneuten ASP-Ausbruchs mit der Wiederbelebung der Produktion – glauben Beobachter. Nach offiziellen chinesischen Angaben nahm Chinas Bestand an Zuchtsauen im Oktober zum ersten Mal seit April 2018 um 0,6 Prozent zu. Offizielle Stellen erwarten deshalb, dass die Schweineproduktion nach den verheerenden Folgen der Afrikanischen Schweinepest bald wieder zulegen könnte.

„Der Rückgang der Schweineherde verlangsamt sich“, sagt Yang Zhenhai, Direktor der Tierzucht- und Veterinärbehörde des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten. Die Epidemie hat den riesigen Schweinebestand des Landes um mehr als 40 Prozent dezimiert. Das hatte einen dramatischen Anstieg der Schweinepreise und der Nahrungsmittelinflation in China ausgelöst.

Analysten sind skeptisch

Schweinemast

Der Schweinebestand ist im Oktober nur noch um 0,6 Prozent geschrumpft, nachdem er im Vormonat noch um 3 Prozent zurückgegangen war. Damit war im Oktober der geringste monatliche Bestandsrückgang seit langem zu verzeichnen. Yang Zhenhai gab  für Oktober jedoch keinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr bekannt.

Im September war der chinesische Schweine-Bestand (nach offiziellen Angaben) immerhin 41 Prozent kleiner als im Jahr zuvor. Während einige Analysten die offiziellen Zahlen als zu konservativ oder zu gering bezeichneten, entsprechen die Daten des Ministeriums einem Rückgang des Schweinebestands gegenüber dem Vorjahr von rund 175 Millionen Tieren (!!!).

Die niederländische Rabobank erwartet in ihrer letzten Prognose, dass die Schweineherde bis zum Ende dieses Jahres um 55 Prozent kleiner sein könnte. Andere Analysten in der Branche gehen sogar davon aus, dass der Rückgang – wegen neuer Ausbrüche - noch größer sein wird.

Risiken bleiben sehr hoch

In diesem Winter hat das Risiko eines Ausbruchs der Krankheit im Nordosten wieder zugenommen, heißt es, da die Temperaturen unter Null gesunken seien, warnte der Beamte. Die Vorbeugung der Krankheit erfordert ein hohes Maß an Hygiene mit heißem Wasser und Desinfektionsmitteln.

Die Krankheit, die fast alle von ihr infizierten Schweine tötet, ist nicht heilbar und es gibt keinen Impfstoff. Während China einen Impfstoff gegen die Krankheit entwickelt, sagt Yang, dass sich das am weitesten fortgeschrittene Produkt noch in einer vorklinischen Versuchsphase befinde.

Der überregionale Transport lebender Schweinen kann zudem auch landesweit zu neuen Risiken führen. China erreicht mit den bevorstehenden Feiertagen den saisonalen Höhepunkt der Schweinefleischnachfrage, und es ist wahrscheinlich, dass mehr Lieferungen in Regionen mit hohem Verbrauch gehen werden. Das erhöht das Risiko enorm.

Ausbruch in der Provinz Jiagsu kein ASP?

Schweinemast

Die Erholung der Schweineproduktion dürfte zudem auch das Risiko eines Ausbruchs erhöhen, heißt es weiter "Die Afrikanische Schweinepest hat weite Teile unseres Landes kontaminiert, und es wird erwartet, dass Ausbrüche weiterhin an bestimmten Orten stattfinden", sagte Yang dazu.

Auf eine Frage zu jüngsten Berichten über neue Ausbrüche in der östlichen Provinz Jiangsu und anderen Gebieten antwortete Yang, das Ministerium habe keine Afrikanische Schweinepest, sondern "eine kombinierte Infektion mit anderen Viren" untersucht und festgestellt. "Unser Bericht und unser Umgang mit der Krankheit sind alle transparent und öffentlich", sagte er.

Gleichzeitig hat das Ministerium am Freitag ein Belohnungssystem ins Leben gerufen, das Whistleblowern bis zu 10.000 Yuan (1.420 US-Dollar) für die Meldung von Verstößen gegen die Vorbeugung und Bekämpfung der Krankheit anbietet.

Großbetriebe melden mehr Sauen

Yang bekräftigte äußerem, dass das Ministerium eine Erholung der Schweinebestände bereits zum Ende dieses Jahres erwartet. Er sagte, Peking habe sich zum Ziel gesetzt, die Schweineproduktion bis Ende 2020 auf 80 Prozent des normalen Niveau zu bringen.

Die 13.000 Großbetriebe des Landes mit einer Produktion von mehr als 5.000 Schweinen pro Jahr verzeichneten im Oktober sogar einen Anstieg der Sauenbestände von 4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, während sich die Zahl der Schweine um 0,5 Prozent erhöhte.

Das Ministerium plant auch eine Inspektion von Schlachthöfen im ganzen Land, um ein vollständiges Bild der Schweinebestände zu erhalten.

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