Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Corona-Krise

Corona: Agrarwirtschaft im Krisenmodus sichert die Versorgung

Düngereinkauf bei einer Raiffeisen-Genossenschaft
am Mittwoch, 18.03.2020 - 14:07 (1 Kommentar)

Die Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie arbeiten im Krisenmodus, um trotz Corona die Lieferkette aufrecht zu erhalten.

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus führt aktuell in vielen Bereichen des täglichen Lebens und im Wirtschaftsleben zu starken Einschränkungen. Während viele Geschäfte, Freizeiteinrichtungen und selbst Produktionsstandorte großer Automobilunternehmen schließen, haben jedoch zahlreiche Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft Maßnahmen getroffen, um ihre wichtige Funktion in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette weiterhin zuverlässig zu erfüllen.

Futtermühlen arbeiten rund um die Uhr

Mischfutterwerk

So wies der Bundesverband Agrarhandel (BVA) darauf hin, dass der Agrarhandel angesichts der Corona-Pandemie alles in seiner Macht Stehende tue, um die Standorte offen und funktionsfähig zu halten. Bei den Händlern ist ein großer Teil der letzten Getreide- und Ölsaatenernte eingelagert. Eine Schließung von Standorten könnte daher zu Engpässen bei den Verarbeitungsbetrieben führen.

Tatsächlich arbeiten die rund 300 Mischfutterwerke in Deutschland nach Angaben des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) in der aktuellen Ausnahmesituation rund um die Uhr, um die Versorgung der viehhaltenden Betriebe zu gewährleisten.

Agrarhandel hält die Standorte offen

Die BayWa AG, Deutschlands größter Agrarhändler, erklärte, von den in Bayern geplanten Schließungen ausgewählter Geschäfte sei der Konzern nicht betroffen. Die Agrar-, Agrartechnik- und Baustoff-Betriebe als wichtige Handelspartner für die Landwirtschaft, Ernährungs- und Baubranche blieben weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten offen, um die Versorgung insbesondere in den ländlichen Regionen sicherzustellen.

Auch die Agravis Raiffeisen AG versicherte, alles dafür zu unternehmen, dass die Standorte in der Fläche geöffnet und arbeitsfähig blieben. Das gelte für die Raiffeisen-Märkte ebenso wie für das Betriebsmittelgeschäft mit der Landwirtschaft und die Landtechnik-Werkstätten.

Die nächste Ernte im Blick

Die Pflanzenschutzindustrie steht in engem Austausch mit dem Agrarhandel, um den Landwirten den Zugang zu Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zu sichern. Das hob der Präsident des Industrieverbandes Agrar (IVA), Dr. Manfred Hudetz, hervor.

Hudetz mahnte an, bei allen in der aktuellen Situation gebotenen behördlichen Zwangsmaßnahmen nicht nur die kurzfristige Versorgung, sondern auch die kommende Ernte im Blick zu haben. Für eine produktive Landwirtschaft müssten viele Rädchen ineinandergreifen und die Lieferketten – auch über Grenzen hinweg – funktionsfähig bleiben.

Südzucker schaltet in den Krisenmodus

Die Südzucker AG teilte mit, die Versorgung der Kunden sei trotz hoher Nachfrage gewährleistet. Nach eigenen Angaben hat der Konzern in den Krisenmodus gewechselt. Die Mitarbeiter setzten alles daran, die Betriebs- und Handlungsfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten.

Als Produzent von Lebens- und Futtermitteln zählen wir zur ‚kritischen Infrastruktur‘, die besondere Unterstützung durch Politik und Verwaltung erfährt, damit die Versorgung der Menschen in vielen Ländern mit Lebensmitteln sichergestellt bleibt“, so Dr. Niels Pörksen, Vorstandsvorsitzender Südzucker AG.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...