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Tierwohlkennzeichen

Dänemark weitet staatliches Tierwohllabel aus

Landwirtschaftsbetrieb in Dänemark
am Montag, 16.09.2019 - 11:47 (Jetzt kommentieren)

Dänemarks Landwirtschaftsminister Mogens Jensen will das staatliche Tierwohlsiegel deutlich erweitern.

Das Label umfasste zum Start im Mai 2017 lediglich abgepacktes Schweinefleisch und wurde im Oktober 2018 auf Hähnchenfleisch ausgedehnt.

Wie Jensen nun ankündigte, soll das Siegel ab 2020 auch für Kalb- und Rindfleisch gelten. Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass ab Anfang kommenden Jahres Butter, Milch und Joghurtprodukte ebenfalls das dreistufige Logo tragen werden.

„Wir wissen aus Umfragen, dass sich sieben von zehn Verbrauchern einen staatlich kontrollierten Tierschutz wünschen; genau das bietet unser Tierwohlsiegel“, erläuterte Jensen.

Drei grüne Herzen

Das staatliche Siegel informiert mit der Angabe von ein, zwei oder drei grünen Herzen über die Haltungsbedingungen. Bei Schweinen umfasst dies neben dem in drei Stufen ansteigenden Platzangebot pro Einzeltier unter anderem den Verzicht auf das Schwanzkupieren, mehr Beschäftigungsmaterial und kürzere Transportzeiten.

Bei Hühnern müssen die teilnehmenden Betriebe beispielsweise für die erste Stufe des Siegels bei der Mast auf langsam wachsende Rassen setzen und den Tieren mehr Platz zur Verfügung stellen als gesetzlich vorgeschrieben. Zudem werden eine bessere Kontrolle der Fußballen auf krankhafte Veränderungen sowie kürzere Transportzeiten verlangt.

Kühe nur eine Stunde täglich anbinden

Bei Rindern wird für Stufe 1 des Siegels unter anderem vorausgesetzt, dass die Tiere ab einem Alter von zwei Wochen mindestens 20 Stunden pro Tag Zugang zu Futter haben. Nach der Geburt müssen Kuh und Kalb mindestens zwölf Stunden beisammen bleiben.

Bei Lebendtransporten zum Schlachthof gilt eine Obergrenze von acht Stunden. Die Anbindung von Rindern darf maximal eine Stunde pro Tag zum Melken, Behandeln oder ähnlichem erfolgen. Hinzu kommt eine konkrete Vorgabe zum Platzangebot, die bei ausgewachsenen Tieren mit mehr als 220 kg Gewicht eine Fläche von 1 m2 nicht unterschreiten darf.

Drei Herzen bei gemeinsamer Aufzucht

In der zweiten Stufe steigen die Anforderungen beim Platz beispielsweise auf 3,2 m2 für Tiere mit einem Gewicht zwischen 200 kg und 300 kg. Kälber müssen zudem in den ersten zehn Wochen mindestens zwei Mal am Tag Milch oder Milchaustauscher erhalten.

Um sich für „drei Herzen“ zu qualifizieren, müssen die Halter darüber hinaus Kuh und Kalb nach der Geburt wenigstens zwölf Wochen zusammenlassen, in denen das Kalb auch bei der Mutter säugen muss.

Bei Herden darf das Platzangebot auch bei schweren Tieren 1 m2 nicht unterschreiten. Ferner müssen alle Rinder, die älter als sechs Monate sind, zwischen dem 1. Mai und dem 1. November Zugang zu Grünland haben. Ausnahmen sollen nur für Schlachttiere, Bullen und Kälber gelten.

Mit Material von AgE

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