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Weltklimakonferenz

Deutschland auf Platz 3 des Klima-Risiko-Index

Unwetter landwirte
am Freitag, 06.12.2019 - 11:16 (1 Kommentar)

Deutschland zählte einem Ranking zufolge im vergangenen Jahr erstmals zu den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten.

unwetter

Wegen der Hitzewellen, Stürme und Dürren des Jahres 2018 landete Deutschland hinter Japan und den Philippinen auf Platz drei im Klima-Risiko-Index, den die Organisation Germanwatch auf der Weltklimakonferenz in Madrid vorstellte.

Das gab es in der 14-jährigen Geschichte des Ländervergleichs noch nie. Im Langfrist-Index, der die Jahre 1999 bis 2018 auswertet, sind Puerto Rico, Myanmar und Haiti die Länder, die am stärksten von extremen Wetterereignissen betroffen waren.

Der jährlich veröffentlichte Klima-Risiko-Index basiert auf Daten des Rückversicherers Munich Re und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er vergleicht die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftparitäten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt.

Klima-Index zeigt Klimawandelfolgen

Unwetter USA

Die weltweite Erderwärmung lässt Extremwetter-Ereignisse wie Trockenphasen und Stürme offenbar häufiger und stärker werden. In den vergangenen 20 Jahren hätten insgesamt mehr als 12.000 solcher Ereignisse knapp eine halbe Million Menschen das Leben gekostet, teilte Germanwatch mit.

Laura Schaefer, Politikberaterin bei Germanwatch, sagte vor Journalisten in Madrid, dass die Indexergebnisse zeigten, dass die "Anzeichen der Klimakrise" auf allen Kontinenten nicht länger ignoriert werden können. "Aber das Klima wirkt sich besonders stark in den Entwicklungsländern aus - und schafft eine echte Klimakrise für Millionen von Menschen", sagte sie.

Schaefer fügte hinzu, dass die Armen die wenigsten Mittel hatten, um damit umzugehen. Zwischen 1999 und 2018 waren sieben der zehn Länder, die am stärksten von extremen Witterungsbedingungen betroffen waren, einkommensschwache Entwicklungsländer. Wie die teils verheerenden Schäden in diesen Ländern finanziell bewältigt werden können, ist eines der zentralen Themen auf der UN-Klimakonferenz in Madrid.

Emissionen steigen weiter

Der weltweite Ausstoß von CO2 hat einer Studie zufolge auch in diesem Jahr weiter zugenommen. Der internationale Forscherverbund Global Carbon Project prognostizierte am Rande der UN-Klimakonferenz in Madrid einen Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen um 0,6 Prozent für 2019. Das ist zwar weniger als in den beiden Vorjahren, aber immer noch zu viel, um die Erderwärmung zu begrenzen.

Das UN-Umweltprogramm (Unep) hatte vergangene Woche gefordert, die weltweiten Treibhausgas-Emissionen zwischen 2020 und 2030 jährlich um 7,6 Prozent zu reduzieren. Sonst werde das im Pariser Klimaabkommen formulierte Ziel verpasst, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Der verlangsamte Anstieg der CO2-Emissionen im Jahr 2019 ist nach Einschätzung der Forscher vom Global Carbon Project vor allem auf das verlangsamte Wirtschaftswachstum und eine geringere Kohlenutzung in den USA und der EU zurückzuführen. Stattdessen sei jedoch mehr Erdöl und vor allem mehr Erdgas verbraucht worden.

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