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Getreidevermarktung

Digitaler Handel mit Getreide - eine Chance für Bauern?

Digitalsierung
am Freitag, 08.11.2019 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Das Startup House of Crops will ein sehr traditionelles Geschäft digitalisieren: Den Handel mit Getreide. Das könnte auch für Landwirte interessant werden.

Die digitale Handelsplattform basiert auf drei Säulen: Marktplatz, Logistikorganisation und Vertragsmanagement. Verwendet wird neben anderen innovativen Ansätzen einen durch maschinelles Lernen unterstützter Algorithmus. Dieser bewertet die potenziellen Handelspartner und beinhaltet außerdem ein Prognosemodell für die Logistikpreise.

Mit den ersten gehandelten Kontrakten und einer Handelsliquidität in Tonnen „im mittleren zweistelligen Tausenderbereich“, ist die digitale Plattform nach Angaben der Betreiber jetzt offiziell gestartet. Die potentiellen Plattformnutzer sind Landwirte, Händler, Genossenschaften und Verarbeitungsunternehmen wie Mühlen und Mischfutterhersteller. Sie sollen über eine „dynamische Verhandlungsmaschine“ interagieren. Diese ermöglicht eine effiziente Verhandlung von mehr als 50 Vertragsparametern.

Die Idee zu House of Crops entstand vor vier Jahren berichtet einer der Gründer, Maximilian Commandeur. „Meine Freunde, vor allem Landwirte und Händler, haben sich darüber beschwert, dass der wachsende Verwaltungsaufwand einen erheblichen Teil ihrer täglichen Arbeit ausmacht“, erklärt Max Wedel, Mitbegründer und Geschäftsführer von House of Crops. Und das wollten die Start Up Gründer ändern.

Weniger Aufwand – höhere Preise?

Getreide verladen

In Deutschland handelt man die jährlich geernteten 40 Millionen Tonnen Getreide überwiegend telefonisch, sagt Commandeur. Gleichzeitig leidet die Agrarwirtschaft unter schwachen Margen und konstantem Preisdruck. „Folglich streben die Marktteilnehmer danach, die Effizienz ihrer Prozesse zu steigern, ihre Reichweite zu verbessern, den richtigen Lieferanten oder Käufer für das jeweilige Produkt zu finden und natürlich auch den bestmöglichen Preis zu erzielen“, erläutern die Start-Up-Betreiber.

Commandeur und Wedel sind überzeugt, dass ein digitaler Marktplatz es dem Nutzer- auch Landwirten - ermöglichen muss, den Aufwand zu reduzieren, über einen liquiden Markt den Zugang zu neuen Handelspartnern zu bekommen und natürlich zum gegebenen Zeitpunkt den bestmöglichen Preis zu erzielen.

Die Leistungen von House of Crops sind bis in die erste Hälfte des Jahres 2020 kostenfrei, teilte das Unternehmen mit. Die Plattform ist unter www.houseofcrops.de zu ereichen. Jeder Nutzer durchlaufe "aus Sicherheits- und Vertrauensgründen" eine Prüfung und werde dann freigeschaltet, heißt es weiter, und dann auch in die Funktionalitäten und Möglichkeiten der Plattform eingeführt.

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