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Genossenschaften

DRV-Genossenschaften erzielen leichtes Umsatzplus

Getreide wird im Landhandel verladen
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
03.01.2018

Die landwirtschaftlichen Genossenschaften haben 2017 einen etwas höheren Umsatz erzielt. Für das neue Jahr rechnet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) mit schwankenden Preisen.

Wie der DRV mitteilte, haben die 2.100 genossenschaftlichen Unternehmen im Verband ihren Gesamtumsatz 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % auf 61,4 Mrd Euro gesteigert. Dabei stützt sich der DRV auf erste vorläufige Schätzungen.

Allerdings fiel die Entwicklung in den verschiedenen Sparten erneut recht uneinheitlich aus. So erhöhte sich der Umsatz in der Milchwirtschaft um 17,9 % auf 13,8 Mrd Euro und in der Vieh- und Fleischwirtschaft um 3,2 % auf 6,4 Mrd Euro. Gleichzeitig stieg der Erlös der 730 Agrargenossenschaften im Vergleich zu 2016 um 5,6 % auf 1,9 Mrd Euro.

Dabei habe sich die wirtschaftliche Situation in der Milcherzeugung deutlich erholt, während die Entwicklungen im Ackerbau und in der Schweinehaltung weniger günstig gewesen seien, stellte der Raiffeisenverband zur Entwicklung im vergangenen Jahr fest.

Warenwirtschaft weiter rückläufig

Derweil musste die Warenwirtschaft - die umsatzstärkste Sparte im DRV - angesichts der erneut schwachen Getreideernte in Deutschland und des anhaltenden Preisdrucks einen Umsatzrückgang um 2,8 % auf 34,3 Mrd Euro hinnehmen.

Ein nur geringfügiges Minus verzeichneten die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft, die einen Gesamterlös von schätzungsweise 3,3 Mrd Euro erzielten. Stabilisieren konnte sich der Umsatz der Winzer- und Weingärtnergenossenschaften, und zwar auf dem Vorjahresniveau von rund 900 Mio Euro.

Politische Instabilität zeitigt ihre Folgen

Für 2018 rechnet der Raiffeisenverband weiterhin mit volatilen Agrarrohstoffmärkten. Dafür sollen neben konjunkturellen Entwicklungen - insbesondere in China und Indien - auch die politischen Instabilitäten in Europa von Bedeutung sein.

Darüber hinaus dürfte der schwache Dollar Auswirkungen auf die Exporte sowie auf die Agrar- und Lebensmittelmärkte haben.

Die Tierbestände werden zurückgehen

Wie der Raiffeisenverband mit Blick auf die Futterwirtschaft ausführte, ist für 2018 zunächst ein stabiler Markt zu erwarten, der aber im Jahresverlauf mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert werden könnte. Als Konsequenz der verschärften Auflagen für Nährstoffüberschüsse sowie für die Verringerung der Phosphat- und Stickstoffgehalte erwartet der DRV eine Abnahme der Tierbestände mit negativen Auswirkungen auf die Mischfutterproduktion.

Weitere wichtige Belastungsfaktoren seien die Entwicklung der Ausbrüche von Geflügelgrippe, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und voraussichtlich sinkende Milcherzeugerpreise. Die Milcherzeugung werde wahrscheinlich in den ersten Monaten von 2018 in der EU und in wichtigen Exportregionen über dem Vorjahresniveau bleiben, so dass das steigende Angebot die ebenfalls anziehende Nachfrage übertreffen dürfte. Deshalb erwartet der DRV nur für die ersten Monate stabile Milcherzeugerpreise.

Schweinepreis hängt an Asien

Die weitere Entwicklung des Schweinepreises sieht der Verband in einer starken Abhängigkeit von den Absatzchancen in Asien. Wenn die derzeitigen Ausfuhrbedingungen fortbestünden, sei mit Notierungen auf dem Niveau von 2017 zu rechnen.

Trotz derzeit moderater Futterkosten wird ein leichter Rückgang in der Bullenmast und der Rindfleischerzeugung erwartet. Dagegen prognostizieren die Berliner Fachleute für die EU insgesamt einen gemäßigten Anstieg. Große Unsicherheiten vor allem für die europäische Rindfleischproduktion berge der Ausgang der Verhandlungen über den Brexit und das Freihandelsabkommen mit den Mersosur-Staaten.

Mit Material von Agra-Europe
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