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Dürre kostet Agravis 40 Millionen Euro Gewinn

Agravis Zentrale und Futtermittelwerk in Münster
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
28.03.2019

Die Dürre 2018 hat die Agravis Raiffeisen AG im vorigen und im laufenden Jahr insgesamt rund 40 Mio. Euro Gewinn gekostet. Bis zur neuen Ernte wird die Durststrecke anhalten. Verstärktes Augenmerk will die Gruppe künftig der Biolandwirtschaft zuwenden.

Dr. Dirk Köckler

"Die extreme Trockenheit hat die Landwirtschaft vor große Herausforderungen gestellt und damit natürlich auch den Agrarhandel maßgeblich beeinflusst. Wir gehen davon aus, dass uns durch das Wetter rund 40 Mio. Euro Ergebnis vor Steuern in 2018 und 2019 fehlen werden", sagte Agravis-Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff heute bei der Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2018.

Nach Einschätzung von Dr. Dirk Köckler, der seit 14. März den Agravis-Vorstandsvorsitz innehat, wird das Unternehmen die Auswirkungen der Trockenheit auch im ersten Halbjahr 2019 noch spüren. "Bis zur Ernte haben wir noch eine Durststrecke vor uns", sagte Köckler.

"Wir haben dem Wetter getrotzt"

Johannes Schulte-Althoff

Die lang anhaltende Trockenheit hat das Geschäftsjahr 2018 der Agravis massiv beeinflusst. Die Ernteergebnisse waren im vergangenen Sommer regional teilweise unterdurchschnittlich, teilweise sogar katastrophal.

Vor diesem Hintergrund zog Schulte-Althoff dennoch eine zufriedenstellende Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr: "Wir haben von unserem breiten Portfolio mit den unterschiedlichen Geschäftsbereichen profitiert. Nur so konnten wir die schwierigen Bedingungen in einigen Geschäftssegmenten und Regionen ausgleichen. Unter dem Strich und gerade auch beim Blick auf den immer intensiver werdenden Wettbewerb sind wir deshalb mit einem Umsatz von 6,6 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 30,4 Mio. Euro sehr zufrieden", machte der Finanzvorstand deutlich. "Wir haben dem Wetter getrotzt", sagte Schulte-Althoff.

Deutlich besseres Ergebnis vor Steuern

Im Vergleich zum Vorjahr erreichte Agravis beim Umsatz ein Plus von 2,2 Prozent, beim Ergebnis vor Steuern von 20,2 Prozent. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag mit 81 Mio. Euro  rund 9,4 Prozent höher als 2017.

Der Hauptversammlung am 9. Mai in Wunstorf-Kolenfeld soll eine Dividende von 1,02 Euro je Aktie oder 4 Prozent auf den Nominalwert vorgeschlagen werden.

Köckkler kündigte an, die Agravis wolle dauerhaft der starke Player auf dem deutschen Agrarmarkt sein und auch international weiter gezielt wachsen. Die Effizienz soll durch "operative Exzellenz" gesteigert werden. Für 2019 rechnet die Gruppe mit einem stabilen Umsatz von 6,5 Mrd. Euro bei einem Ergebnis vor Steuern von mindestens 30 Mio. Euro.

Einstieg in den Biomarkt mit eigener Gesellschaft

Johanna-Maria Schaecher

Den Biolandbau sieht Agravis als starkes, wachsendes Segment. Darum will die Zentralgenossenschaft ihre Angebote an die Biolandwirtschaft in einer eigenen Gesellschaft bündeln.

"Für die wechselwilligen Betriebe, die im wachsenden Feld der Biolandwirtschaft eine eigene wirtschaftliche Alternative sehen, will die Agravis ein verlässlicher Partner sein", sagte Konzern-Vorstand Maria-Johanna Schaecher.

Agravis wolle für diese Betriebe mit einer starken Beratung, einer hohen Vermarktungssicherheit sowie einem guten Produkt- und Dienstleistungsangebot in Kooperation mit den Raiffeisen-Genossenschaften der Ansprechpartner Nummer eins werden. Spätestens nach dem Sommer will das Unternehmen interessierten Marktpartnern ein konkretes Leistungspaket vorstellen.

Fakten zur Trockenheit 2018

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