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Transportkosten

Dürre: Niedrigwasser verteuert Agrartransporte

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am
21.08.2018

Eine Folge der anhaltenden Dürre sind die niedrigen Pegelstände auf Rhein, Elbe und Oder. Diese niedrigen Wasserstände erschweren die Schifffahrt und verteuern auch die Transporte von Agrarprodukten.

Der Kostenanstieg hat natürlich auch Auswirkungen auf die Transportmöglichkeiten und die Preise für Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, aber auch für Dünger, Treibstoff und andere Betriebsmittel.

Grund für den Kostenanstieg ist, dass die überhaupt noch möglichen Transporte, wegen des immer geringeren Wasserstandes, auf immer mehr Schiffe verteilt werden müssen.

Die Binnenschiffer reagieren auf den höheren logistischen Aufwand mit den sogenannten Kleinwasserzuschlägen.

Elbe und Oder nicht mehr schiffbar

Verladung von Schüttgut

Von dem extremen Niedrigwasser sind insbesondere die frei fließenden Flüsse betroffen. Neben dem Rhein, sind das die Donau, die Elbe und die Oder“, meldete der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).

„Deshalb müssen nun entsprechend mehr Schiffe eingesetzt werden.“ Das allerdings ist nicht mehr überall möglich. Auf der Binnenelbe zum Beispiel können bereits keine Schiffe mehr fahren. Auch die Oder ist mittlerweile unpassierbar.

„Aufgrund der fehlenden Niederschläge in den tschechischen und polnischen Einzugsgebieten herrscht im Fluss extremes Niedrigwasser“, berichtete Sebastian Dosch vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde.

Pegelstände fallen immer weiter

Der Rhein ist Deutschlands wichtigste Wasserstraße. Rund 80 Prozent des Schiffsgüterverkehrs werden normalerweise über den Rhein abgewickelt. Derzeit ist Deutschlands größter Strom jedoch nur noch eingeschränkt als Schifffahrtsstraße nutzbar.

Als Orientierungswert bei Niedrigwasser gilt der sogenannte gleichwertige Wasserstand (GlW). Dort werden mehrere Pegelstände miteinander verrechnet werden.

Am Pegel Koblenz wird die sogenannte Fahrwassertiefe des Rheins aktuell mit 1,83 Meter angegeben. Containerschiffe, die  sonst voll beladen mit einem Tiefgang von 3,50 Meter fahren, können derzeit nur noch bis 1,50 Meter Tiefgang beladen werden.

Kleinwasserzuschläge steigen kräftig

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Die halb leeren Schiffstransporte bedeuten für die Binnenschifffahrt auch deutlich höhere Kosten. Zum einen sinkt die mögliche Ladekapazität der einzelnen Binnenschiffe.

Zum anderen muss für die gleiche Ladungsmenge mehr Schiffsraum zur Verfügung gestellt werden. Dieser Zusatzraum wird umso teurer, je mehr die Pegel fallen.

Um diese Mehrkosten zu decken, werden ab bestimmten Pegelständen die sogenannten Kleinwasserzuschläge erhoben. Diese Zusatzkosten trägt der Kunde.

Eine Schifffahrtssperre wegen Niedrigwasser gibt es allerdings nicht. Es ist nur irgendwann unwirtschaftlich, weiterhin Güter per Binnenschiff zu transportieren.

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