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Milchmarkt in Russland

Dürrs Ekosem-Agrar einer der drei größten Milcherzeuger weltweit

Milchviehanlage in Woronesch
am Mittwoch, 27.01.2021 - 11:48 (1 Kommentar)

Für das vergangene Jahr hat die Ekosem-Agrar AG eine positive Bilanz gezogen. Die Tochter-Unternehmensgruppe EkoNiva entwickelte sich zu einem der drei weltweit größten Milcherzeuger. Eine weitere große Molkerei soll bis zum Jahresende ihre Arbeit aufnehmen, die erste eigene Käserei ist bereits in Betrieb genommen worden.

Stefan Dürr, Ekosem-Agrar AG

Wie Ekosem-Agrar in einer Pressemitteilung erklärt, lag der Schwerpunkt der Holdinggesellschaft im letzten Jahr auf einem weiteren Ausbau ihres wichtigsten Geschäftsbereiches: der Milchverarbeitung. Der Milchoutput habe 2020 bei 925.000 Tonnen gelegen, was einer Steigerung von 22 Prozent entspreche.

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Dürr spricht von „sehr guten Rahmenbedingungen" für die Milchwirtschaft in Russland. "Trotz der Fördermaßnahmen der Regierung bleibt die Importquote an Milchprodukten weiter hoch, was uns als größtem Milchproduzenten des Landes mittelfristig hervorragende Wachstumsperspektiven bietet“, so Dürr.

Sein Unternehmen bewirtschaftete 2020 in Russland eine Fläche von 630.000 Hektar. An der Börse Moskau will der Konzern im ersten Quartal 2021 eine Unternehmensanleihe ausgeben, um die Unternehmensfinanzierung breiter aufzustellen.

Guter Milchpreis ermöglichte Ausbau der Milchverarbeitung

Unter Einhaltung der Präventionsmaßnahmen hätten alle Betriebe der Ekosem-Agrar während der Corona-Pandemie regulär arbeiten können, berichtet Ekosem.

Beim Milchpreis sei im April und Mai 2020 zwar ein Rückgang zu verzeichnen gewesen, doch danach stieg der Preis wieder an und lag zum Jahresende bei 32 Rubel beziehungsweise 35 Cent pro Kilogramm. Dies habe gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 4 Prozent entsprochen.

Es seien im letzten Jahr vier neue Milchviehanlagen dazugekommen. Damit betreibt die Ekosem-Agrar in neun russischen Regionen jetzt 41 Milchviehanlagen. Der Tierbestand konnte mit den Neubauten um 7 Prozent gesteigert werden – insgesamt 105.000 Milchkühe hält die Holdinggesellschaft in ihren Ställen.

Im Quartalsvergleich sei die durchschnittliche Rohmilchleistung pro Tag von 2.500 Tonnen (30. September 2020) auf 2.900 Tonnen zum Jahresende gestiegen.

300 Tonnen Rohmilch werden von Ekosem-Agrar selbst verarbeitet

Die Leistung der eigenen Milchverarbeitung liegt nach Angaben von Ekosem-Agrar bei etwa 300 Tonnen täglich.

In der Region Woronesch habe in der letzten Woche die erste eigene Käserei ihre Arbeit aufgenommen, deren tägliche Verarbeitungsleistung bei 60 Tonnen Rohmilch liege.

Etwa 1.200 Tonnen Rohmilch soll eine noch im Bau befindliche Molkerei verarbeiten können. Diese liegt in der Region Nowosibirsk und startet voraussichtlich zum Jahresende ihre Produktion.

Bis Ende 2022 will Ekosem-Agrar etwa ein Drittel ihrer erzeugten Rohmilch selbst verarbeiten.

Anleihen in Deutschland und in Russland

Um die Finanzierung des Unternehmens vielfältiger zu gestalten, plant Ekosem-Agrar für das erste Quartal 2021, eine Rubel-Anleihe zu begeben. Diese soll auch dafür genutzt werden, um die Anleihe 2012/21 teilweise zu refinanzieren.

„Die schrittweise Senkung des Zinsniveaus in Russland und das zunehmende Interesse an unserer Gesellschaft […] haben uns dazu bewogen, unsere Finanzierungsstruktur um ein weiteres Standbein zu erweitern“, erläutert Finanzvorstand Wolfgang Bläsi. Nach wie vor sollen die Anleihen in Deutschland einen wichtigen Teil der Finanzierung stellen.

Sehr gute Erträge in Sibirien eingefahren

Im letzten Jahr fiel die Ernte auf der von Ekosem-Agrar bewirtschafteten Fläche von insgesamt 630.000 Hektar nach Angaben des Unternehmens gut aus. Die Ernteeinbußen in einigen Regionen seien durch sehr gute Erträge andernorts – insbesondere in Sibirien – ausgeglichen worden.

Etwa 50 Prozent der bewirtschafteten Ackerfläche sei Eigentum der EkoNiva-Gruppe. Die im letzten Jahr eingefahrenen Futtermittel von 1,84 Mio. Tonnen versorgten den Milchviehbestand noch über die nächste Erntesaison hinaus.

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