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Agrarmarktstrukturgesetz

Einzelhandel fühlt sich diffamiert: Jetzt kontert der Bauernverband

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am Montag, 23.11.2020 - 19:08 (4 Kommentare)

Die großen Supermarktketten beschwerten sich bei Merkel über Klöckner. Jetzt reagiert der Bauernverband mit einem offenen Brief.

Das Agrarmarktstrukturgesetz soll geändert werden. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) will dabei unlautere Praktiken des Handels gegenüber seinen Lieferanten verbieten, wie sie selbst es ausdrückte. Daraufhin beschwerten sich die Handelsbosse von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über Klöckners Äußerungen: "Wir sind über diesen massiven Angriff auf die Reputation unserer Unternehmen zutiefst erschrocken und fühlen uns persönlich diskreditiert."

Nun reagieren die Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und seiner Landesverbände in einem offenen Brief und kritisieren den Lebernsmitteleinzelhandel (LEH) scharf.

Bauernverbände kritisieren LEH

Die Bauernverbände möchten "diesen Empfindlichkeiten die Erfahrungen unserer Bauernfamilien gegenüberstellen, die seit langem unter massivem wirtschaftlichen Druck stehen, der die Arbeitsfähigkeit, Existenz und Nachhaltigkeit vieler Betriebe zerstört hat." Weiter heißt es in dem am Montag veröffentlichten offenen Brief, dieser Druck gehe maßgeblich vom Preiswettbewerb aus, den der Einzelhandel mit seinen Strukturen und seinem Einkaufsverhalten erzeuge und anheize. "Die Folgen dieser langjährigen Fehlentwicklung nicht nur für die Strukturen in der Landwirtschaft sind bekannt und sichtbar: eine ausgeprägte Niedrigpreiskultur, mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel und das Aus für viele Betriebe."

Vor diesem Hintergrund fehle den Landwirten jegliches Verständnis für die öffentlich gewordenen "Befindlichkeiten" der Handelsketten.

Abschließend fordert der Bauernverband den LEH auf, seinen selbstgesetzten Anspruch, nachhaltig, verantwortungsvoll und mit Rücksicht auf die Wünsche von Bürgern und Verbrauchern zu agieren, auch umzusetzen. Das heiße, über den Anwendungsbereich der UTP-Richtlinie hinaus auf die in Rede stehenden unlauteren Handelspraktiken zu verzichten.

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