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Klimabilanz in Deutschland

Emissionen sinken viel stärker als erwartet

Klimabilanz
am Donnerstag, 23.01.2020 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Deutschland hat 2018 fast 4 Prozent weniger Emissionen (THG) ausgestoßen als 2017. Gegenüber dem Basisjahr 1990 beträgt der Rückgang fast ein Drittel.

Dies zeigen die Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) an die Europäische Kommission übermittelt hat. Am deutlichsten sind die Emissionen in der Energiewirtschaft zurückgegangen. Auch in der Landwirtschaft sanken die THG um fast 4 Prozent.

Für 2019 will das UBA die Schätzung für die Emissionen im März 2020 bekannt geben. Nach Schätzungen der Denkfabrik „Agora Energiewende“ sind die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland im Jahr 2019 nochmals um rund 50 Millionen Tonnen auf 811 Millionen Tonnen gesunken. Das nochmals rund sechs Prozent weniger Emissionen als 2018 und rund 35 Prozent weniger als im Jahr 1990.

Keine Strafzahlungen – Rückgang beschleunigt sich

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 858,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 35,9 Millionen Tonnen bzw. 4 Prozent weniger als 2017 und 31,4 Prozent weniger im Vergleich mit 1990.

Mit 433,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente überschreitet Deutschland zwar sein Budget aus der Lastenteilungsentscheidung von rund 425,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente für 2018. Durch die angesparten Emissionsrechte aus den Vorjahren kann Deutschland sein EU-Ziel jedoch auch 2018 erfüllen. Es ist kein Zukauf von Emissionsberechtigungen nötig.

Und der Rückgang beschleunigt sich sogar: Laut Schätzungen der Denkfabrik „Agora Energiewende“ gehen Emissionen 2019 nochmals um rund 50 Millionen Tonnen auf 811 Millionen Tonnen zurück. Das sind rund sechs Prozent weniger Ausstoß als 2018 und rund 35 Prozent weniger als im Jahr 1990.

Verkehr: Mehr Autos und weniger Emissionen

Klimabilanz

Erstmals seit 2012 sanken 2018 die Emissionen des Verkehrssektors. Mit fast 164 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente liegen die Emissionen knapp unterhalb des Wertes von 1990 bzw. 3,3 Prozent unterhalb der Emissionen des Jahres 2017.

Allein im Straßenverkehr sanken die Emissionen in 2018 im Vergleich zum Vorjahr durch einen verminderten Absatz an Ottokraftstoffen und Diesel um 5,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – und dies, obwohl der Bestand an Pkw weiter gewachsen ist.

Der Rückgang der Emissionen dürfte daher vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen sein. Beim Lkw-Verkehr dürfte zudem verstärkt im Ausland getankt worden sein.

Energie: Dürresommer und Abschaltung von Kohlekraftwerken

Die deutlichsten Minderungen erzielte, wie bereits in 2017, mit 16,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (- 5,25 Prozent) die Energiewirtschaft. Da mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde, der CO2-Preis im Emissionshandel anstieg und Kraftwerke stillgelegt wurden, ging der Einsatz sämtlicher fossiler Energieträger zurück.

Den deutlichsten Emissionsrückgang verzeichnete die Steinkohle. Ein Grund war der Dürresommer 2018: Niedrige Wasserstände an den Flüssen führten zu geringeren Transportkapazitäten und damit zu höheren Steinkohlepreisen.

Ein weiterer Grund ist ein deutlich gesunkener Stromverbrauch sowie die zunehmende Stromerzeugung mit erneuerbaren Energiequellen. So decken erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Sonne inzwischen fast 43 Prozent der Stromnachfrage ab.

Landwirtschaft: Fast 4 Prozent weniger THG

THG Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sanken die Emissionen 2018 um 2,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente deutlich gegenüber dem Vorjahr (-3,8 Prozent, Minderung gegenüber 1990: -19,8 Prozent). Ausschlaggebend waren ein geringerer Einsatz von Mineraldüngern sowie eine Abnahme der Tierbestände. Beides wird nach Einschätzung des UBA durch die Trockenheit 2018 beeinflusst.

Durch das geringe Pflanzenwachstum wurde weniger gedüngt und es kam in einigen Regionen zum Futtermangel, von dem insbesondere die Rinderbestände betroffen waren. sagt das UBA.

Hinzu kamen eine verschärfte Düngegesetzgebung und die intensive Diskussion über tierschutzrechtliche Standards insbesondere bei der Sauenhaltung, analysiert das UBA. Ob die Effekte dauerhafter Natur sein werden, ist nach Einschätzung des UBA nicht sicher.

Mit Material von Umweltbundesamt (UBA)

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