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Mühlenwirtschaft

Erstmals weniger als 200 Mühlen in Deutschland

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
27.12.2018

Erstmals ist die Zahl der meldepflichtigen Mühlen in Deutschland unter 200 gesunken. Wenige Großbetriebe machen den Markt.

Nur noch 196 Mühlen mit einer Vermahlung von mindestens 1.000 t Getreide pro Jahr waren bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für das Wirtschaftsjahr 2017/18 registriert; das waren 9 Betriebe weniger als im Vorjahr.

Darauf hat der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) hingewiesen. Die Vermahlungsleistung bliebt mit 8,9 Mio. t Getreide im Vergleich zum Vorjahr jedoch praktisch unverändert.

Weizen ist mit Abstand das wichtigste Brotgetreide

Die 13 größten Mühlenbetriebe in Deutschland decken mehr als 40 Prozent des Marktes ab. Die 60 größten Mühlenbetriebe erreichen sogar einen Anteil von knapp 90 Prozent an der Vermahlung.

Andererseits kommen die nicht ganz 100 Mühlen mit einer Vermahlungskapazität von weniger als 5.000 t pro Jahr zusammen nur auf einen Marktanteil von 2,2 Prozent.

Regional betrachtet stehen die meisten Mühlen im alten Bundesgebiet, nämlich 171 oder 87 Prozent der registrierten Betriebe.

Das wichtigste Brotgetreide war Weichweizen mit einer Vermahlung von 7,76 Mio. t im vergangenen Wirtschaftsjahr. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Menge praktisch unverändert. An zweiter Stelle folgt traditionell Brotroggen mit 773.000 t in 2017/18.

Nur 5 Prozent des Mehls kaufen die Verbraucher noch selbst

Die Mühlen beliefern Backgewerbe und Lebensmittelindustrie, Handel und Verbraucher. Nach Schätzungen des VGMS gehen 30 Prozent der Erzeugnisse an Handwerksbäcker, 55 Prozent an Betriebe der Backwaren- und Lebensmittelindustrie, 10 Prozent an Spezialverarbeiter, wie Teigwarenhersteller, sowie etwa 5 Prozent in Kleinpackungen direkt an den Endverbraucher.

Mit Material von BLE, VGMS
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