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Milchindustrie

Fonterra beendet Joint Venture mit FrieslandCampina

Herstellung von Tabletten
am
21.03.2019

Die neuseeländische Molkerei Fonterra steigt aus dem gemeinsam mit FrieslandCampina geführten Joint Venture DFE Pharma aus.

Wie Fonterra anlässlich der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen mitteilte, soll der Anteil von 50 Prozent an DFE Pharma verkauft werden. Das Joint Venture wird von den beiden Molkereigenossenschaften seit 2006 gemeinsam geführt. Das Unternehmen ist auf die Produktion von Trägerstoffen für die Pharmaindustrie spezialisiert, wie sie zum Beispiel zur Herstellung von Tabletten benötigt werden. DFE Pharma ist einer der weltweit größten Anbieter dieser Formulierungsstoffe.

FrieslandCampina will an seiner Beteiligung zwar festhalten und glaubt an ein weiteres Wachstum des Pharmazulieferers, ist am Kauf der freiwerdenden Anteile aber nicht interessiert. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher der niederländischen Genossenschaft gegenüber agrarheute.

Zurück in den schwarzen Zahlen

Den Erlös aus dem Verkauf von DFE Pharma will Fonterra zum Schuldenabbau verwenden. Bis zum Jahresende sollen die Verbindlichkeiten um umgerechnet 479 Mio. Euro verringert werden.

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres, die am 31. Januar abgeschlossen wurde, konnten die Neuseeländer in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Nach einem Vorjahresverlust von 118 Mio. Euro erzielte die Molkerei von August 2018 bis Januar 2019 wieder einen Nettogewinn nach Steuern von 48 Mio. Euro. Die verarbeitete Milchmenge wuchs um 2 Prozent. Der Umsatz gab jedoch leicht um 1 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro nach.

Fonterra will Heilige Kühe schlachten

Fonterra durchläuft derzeit eine tiefgreifende Restrukturierung. Es gebe "keine Heiligen Kühe", sagte Vorstandschef Miles Hurrell in diesem Zusammenhang. Die Beteiligungen und das Portfolio würden überprüft, um die Wertschöpfung für die genossenschaftlichen Milcherzeuger und damit den Milchpreis zu verbessern.

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