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Zuckerindustrie

Französische Rübenbauern bieten 30 Millionen Euro für Südzucker-Werke

Zuckerrübenernte und Verladung
am Freitag, 17.05.2019 - 13:14 (Jetzt kommentieren)

Die französischen Rübenbauern haben der Südzucker-Führung ihren Rettungsplan für die Werke in Eppeville und Cagny vorgelegt. Der Konzern will dort die Zuckerproduktion einstellen.

Bei einem Treffen diese Woche in Straßburg unterbreiteten die Vertreter der französischen Zuckerrübenerzeuger dem deutschen Mutterkonzern von Saint Louis Sucre, der Südzucker AG, ihr Angebot.

Insgesamt 30 Mio. Euro wollen die Landwirte aufbringen, um die beiden Werke vor der Schließung zu retten. Südzucker will an den Standorten als Teil seines Sanierungskonzepts die Zuckerherstellung ab 2020 einstellen. Die französischen Rübenbauern wollen die Werke hingegen in einer Genossenschaft weiterbetreiben.

Das Angebot soll Südzucker kurzfristig schriftlich unterbreitet werden. Nach Angaben des Dachverbandes der französischen Rübenanbauer (CGB) sagte Südzucker zu, die Offerte zu prüfen und innerhalb von drei Wochen darauf zu reagieren.

Mehrheitsaktionär VSZ beharrt auf Abbau der Zuckerproduktion

CGB-Präsident Franck Sander erklärte, "auch wenn die Zuckerwirtschaft eine tiefe Krise durchmacht, wir glauben an die Zukunft der Rübe und wir sind in der Lage diese Anbauregion zu erhalten."

Bei ihren Bemühungen um den Erhalt der Verarbeitungsstandorte können die französischen Rübenbauern auf den Rückhalt der Regierung in Paris und der Regionalregierungen zählen.

Eine klare Absage an die angestrebte Fortführung der Zuckerproduktion in Eppeville und Cagny kommt allerdings vom Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) als Vertreter der Mehrheitsaktionäre von Südzucker.

Bei einem Treffen mit CGB-Vertretern in Straßburg sagte VSZ-Vorstand Dr. Hans-Jörg Gebhard, es wäre für Saint Louis Sucre "unverantwortlich, Standorte abzugeben". Damit würde das Problem der Überproduktion in Frankreich nicht gelöst.

Seit fünf Jahren nur Verluste

Gebhard zufolge können die beiden verbleibenden Standorte von Saint Louis Sucre einen Teil  der Rüben von Eppeville und Cagny aufnehmen. Das werde die Lage von Saint Louis Sucre verbessern und die Zukunft der Fabriken von Etrepagny und Roye stärken. Ferner sei es für das Unternehmen essenziell, die Lagerkapazitäten von Eppeville und Cagny aufrechtzuerhalten.

An einer Aufrechterhaltung der Zuckerproduktion in der Hand der französischen Rübenbauern in Eppeville und Cagny hat der VSZ jedoch kein Interesse. Gebhard verwies darauf, dass Saint Louis Sucre seit fünf Jahren fortlaufend Verluste schreibe, allein im Geschäftsjahr 2018/19 mehr als 70 Mio. Euro.

Die Südzucker AG als Konzernmutter legte gestern in Mannheim einen Jahresabschluss mit einem Fehlbetrag von 805 Mio. Euro vor.

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