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Milchmarkt

FrieslandCampina ändert Regeln für das Milchgeld ab 2023

Zum Jahreswechsel ändert FrieslandCampina die Milchgeldordnung und das Nachhaltigkeitsprogramm. Außerdem können in der zweiten Jahreshälfte einige Betriebe in Niedersachsen der Genossenschaft beitreten.
am Mittwoch, 14.12.2022 - 17:13 (1 Kommentar)

Für Mitglieder der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina gilt ab Januar 2023 eine neue Milchordnung. Außerdem werden die Zuschläge für Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Milchviehbetrieben angepasst.

Über die Änderungen für den Zeitraum von 2023 bis 2025 hat der Mitgliederrat von FrieslandCampina auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr abgestimmt.

Bei der Berechnung des Milchgeldes wird der Fettanteil höher gewichtet als bisher. Wie FrieslandCampina weiter mitteilt, stehe im nächsten Jahr mehr Geld für Nachhaltigkeitsmaßnahmen zur Verfügung. Darüber hinaus kommen neue Regionen in Niedersachsen und Belgien zum Einzugsgebiet der Molkereigenossenschaft hinzu.

Im Genossenschaftsvorstand des niederländischen Unternehmens wurden zudem zwei Posten neu besetzt.

Neue Standardgehalte in Milchgeldordnung von FrieslandCampina

Der Fettgehalt der Milch gewinnt bei FrieslandCampina an Bedeutung. Bei den Komponenten Eiweiß, Fett und Laktose ändert sich das Verhältnis von derzeit 10:5:1 zu 6:4:0. Beim Garantiepreis gelten für Eiweiß 3,58 Prozent, für Fett 4,45 Prozent und für Laktose 4,54 Prozent als Standardgehalte je 100 Kilogramm Milch.

Weiterhin sollen vom Jahresüberschuss 40 Prozent an die Milchviehhalter ausgeschüttet werden. 60 Prozent gehen in das Eigenkapital des Unternehmens über.

In der zweiten Jahreshälfte 2023 soll in Deutschland das Einzugsgebiet von FrieslandCampina erweitert werden. Es soll sich um einen Teil Niedersachsens handeln; genaue Informationen lässt die Genossenschaft noch offen. In Belgien kommen die Regionen Aalter und Nord-Antwerpen/Nordlimburg hinzu. Milchviehhalter aus den neuen Einzugsgebieten können an FrieslandCampina liefern, nachdem sie in die Genossenschaft eingetreten sind.

Für Milchviehhalter soll Nachhaltigkeitsprogramm transparenter werden

Ihr Nachhaltigkeitsprogramm „Foqus planet“ will die Genossenschaft anpassen. Mitglieder sollen bereits im Voraus darüber informiert werden, wie viel Geld es für bestimmte Nachhaltigkeitsmaßnahmen geben wird. So können sie besser darüber entscheiden, welche Indikatoren sie schwerpunktmäßig verfolgen wollen. Für die Senkung der Treibhausgasemissionen soll ein Höchstzuschlag von 1,50 Euro pro 100 Kilogramm Milch gelten. Wie die Genossenschaft erläutert, bestehe das Ziel in ihrem Klimaplan darin, die Treibhausgasemissionen um 33 Prozent im Jahr 2030 im Vergleich zu 2015 zu senken.

Darüber hinaus wolle FrieslandCampina weiteres Wachstum in den Bereichen Verbraucherlebensmittel, Inhaltsstoffe und spezialisierte Lebensmittel erreichen. Neue Produkte und Innovationen sollen auf die Entwicklungen und Trends in der Gesellschaft reagieren. Unter anderem seien bereits „diverse neue pflanzliche Varianten zur Produktpalette hinzugefügt“ worden.

FrieslandCampina weist auf die stark gestiegenen Produktionskosten für Rohstoffe, Transport und Energie hin. Deshalb seien erforderliche Preiserhöhungen vorgenommen worden. Die Entwicklungen würden voraussichtlich „wesentliche, negative Auswirkungen auf die Konzernergebnisse von FrieslandCampina für 2022 haben“. Im Februar 2023 werde der Geschäftsbericht erscheinen.

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