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FrieslandCampina trotz guter Zahlen unter Druck

FrieslandCampina: Ein Tankwagen pumpt Milch ab
am Donnerstag, 27.02.2020 - 14:50 (Jetzt kommentieren)

FrieslandCampina hat 2019 gut ausgezahlt und mehr Gewinn erzielt. Dennoch kehren mehr Landwirte der Genossenschaft den Rücken.

CEO FrieslandCampina Hein Schumacher

Die Zahlen, die Vorstandschef Hein Schumacher heute für FrieslandCampina auf der Jahrespressekonferenz in Amersfoort, Niederlande, vorlegen konnte, sind nicht schlecht: Bei einem leicht rückläufigen Umsatz stieg das Betriebsergebnis um stolze 26,3 Prozent auf 432 Mio. Euro.

Der Milchpreis für die genossenschaftlichen Mitglieder kletterte um 1,4 Prozent auf 37,95 Euro pro 100 Kilogramm Milch. Der Leistungspreis inklusive Zuschlägen, Gewinnrücklage und der Rücklage für Obligationen erreichte nach 38,60 Euro im Vorjahr wieder die Marke von 40,00 Euro pro 100 Kilogramm Milch.

Mehr als 600 Betriebe scheiden aus der Genossenschaft aus

Dennoch verlor die Genossenschaft laut Jahresbericht 628 Mitgliedsbetriebe, davon rund 400 durch den Wechsel zu anderen Milchverarbeitern. Im Vorjahr betrug der gesamte Mitgliederschwund 603. Damit ist innerhalb von zwei Jahren etwa ein Zehntel der Betriebe ausgeschieden.

Bekanntlich hat die Genossenschaft ihren Mitgliedern in jüngster Zeit einiges abverlangt: Das Unternehmen begrenzte das einzelbetriebliche Mengenwachstum, änderte die Berechnung des Garantiepreises und stellt gehobene Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Milcherzeugung. Wie FrieslandCampina mitteilte, verringerte sich die Milchanlieferung der Mitgliedsbetriebe im vorigen Jahr um 3,4 Prozent auf 10,0 Milliarden Kilogramm.

Einmaleffekte bessern den Gewinn auf

Der Gewinnsprung, den FrieslandCampina für 2019 ausweist, fußte im Wesentlichen auf einmaligen Erträgen. So wurde der Sahnelikörhersteller Creamy Creation ebenso verkauft wie die Kapitalbeteiligung an der Royal CSK Food Enrichment. Ohne diese Einmaleffekte verbesserte sich das Betriebsergebnis nur um 7 Prozent.

Wachstum und Rentabilität auf den Heimatmärkten unter Druck

Der Umsatz der Molkereigenossenschaft gab 2019 um 2,2 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro nach. Der Vorstand erklärte das Minus mit der rückläufigen Milchanlieferung.

Das Unternehmen räumte jedoch ein, auf den Heimatmärkten Niederlande, Deutschland und Belgien stünden Wachstum und Rentabilität unter Druck. Weltweit habe die Marktposition hingegen verbessert werden können, so Schumacher. „Wir erzielten mehr Wertschöpfung aus Basismolkereiprodukten und der Umsatz unserer Markenprodukte stieg um 3,1 Prozent“, berichtet der Konzernchef.

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