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Milchwirtschaft

FrieslandCampina: Umsatz und Ergebnis unter Druck

FrieslandCampina Milchabfüllung
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
28.02.2019

Die Molkerei FrieslandCampina musste 2018 deutliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Auch der Milchpreis sank.

"Für FrieslandCampina war 2018 ein Jahr des Wandels." So beschrieb Molkereivorstandschef Hein Schumacher heute bei der Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr die Situation in einem der größten milchverarbeitenden Unternehmen Europas.

Beim Umsatz musste die Genossenschaft erneut einen Rückgang verkraften, und zwar um 4,6 Prozent auf knapp 11,6 Mrd. Euro, überwiegend aufgrund von Wechselkursschwankungen und dem Verkauf der Fruchtsaft-Tochter Riedel.

Das Betriebsergebnis sank sogar um 23 Prozent auf 342 Mio. Euro. Ursächlich waren unter anderem ein zusätzlicher Verlust von über 100 Mio. Euro bei Basismolkereiprodukten im Vergleich zu 2017. Laut Unternehmensangaben war dies unter anderem eine Folge der niedrigen Preise für Basismolkereiprodukte im Vergleich zum ausgezahlten Milchpreis. Zusätzliche Investitionen in Innovation, Marketing, Verkauf und Distribution drückten außerdem auf das Ergebnis von FrieslandCampina in Asien.

Weniger Mitglieder und weniger Milch

Milchlaster FrieslandCampina

Der von FrieslandCampina ausgezahlte Milchpreis sank 2018 gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 37,43 Euro pro 100 kg Milch. Darin eingerechnet sind bereits der Leistungszuschlag, die Ausgabe der Mitgliederobligationen und andere Zuschläge.

Die gesamte Wertschöpfung aus Milch für die genossenschaftlichen Mitglieder verschlechterte sich um 55,6 Prozent von 1,33 Euro auf 0,59 Euro pro 100 kg Milch.

Wie die Molkerei weiter mitteilte, verringerte sich die Zahl der milchviehhaltenden Mitglieder um 4,7 Prozent auf 12.104. Die Milchanlieferung der genossenschaftlichen Erzeuger gab um 3,2  Prozent auf 10,38 Mrd. kg Milch nach.

Neue Struktur und neue Strategie

FrieslandCampina reagierte auf die schlechteren Zahlen mit einer neuen Organisationsstruktur und einer neuen Strategie. "Dies bewirkt eine stärkere Fokussierung und mehr wirtschaftliche Schlagkraft für das Unternehmen", versprach Schumacher.

Die Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens und vereinzelte Aufwendungen für angekündigte Schließungen von Produktionsstandorten beliefen sich auf 50 Mio. Euro. Dem standen 85 Mio. Euro an Einsparungen und ein stark verbessertes Betriebskapital entgegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 201 Mio. Euro.

Die Neuausrichtung beginnt zu greifen

Nach Angaben der Genossenschaft wurden die ersten Ergebnisse der Neuorganisation in der zweiten Jahreshälfte 2018 sichtbar. So stiegen in der zweiten Jahreshälfte die Volumina aller Geschäftseinheiten im Vergleich zum ersten Halbjahr um insgesamt 2,3 Prozent.

Der Verkauf von Käse ergab in der zweiten Jahreshälfte ein positives Ergebnis. Zur Stärkung des Käsegeschäfts schloss FrieslandCampina in der zweiten Jahreshälfte vier Akquisitionen ab. Außerdem wurde ein Kooperationsvertrag mit dem DMK Deutsches Milchkontor für die Produktion von Mozzarella unterzeichnet. Darüber hinaus wuchs der Absatz von Verbraucherprodukten in Asien kräftig.

Eine Prognose für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr gab der Vorstand nicht ab.

 

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