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Milchmenge

FrieslandCampina warnt vor Milchüberschuss

Kühe auf der Weide
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
19.10.2017

FrieslandCampina warnt seine niederländischen Milcherzeuger vor einer Überproduktion. Notfalls will die Molkerei die Anlieferung wieder befristet begrenzen.

Die genossenschaftlichen Mitglieder der Molkerei hatten in einer internen Umfrage im August angegeben, die Zahl ihrer Milchkühe bis Oktober 2018 aufstocken zu wollen. Mehr weibliches Jungvieh soll in die Milchproduktion gehen.

In den Niederlanden gelten ab dem 1. Januar 2018 jedoch gesetzlich vorgeschriebene Höchstmengen für den einzelbetrieblichen Phosphatanfall. Darauf wollen die Erzeuger reagieren, indem sie Phosphatrechte zukaufen. Nach Einschätzung von FrieslandCampina wird die Nachfrage nach Phosphatrechten das Angebot aber deutlich übersteigen.

Notbremse bei der Anlieferung

FrieslandCampina appelliert an seine Milcherzeuger, die Phosphat-Obergrenzen einzuhalten. Sollten die erlaubten Mengen im ersten Halbjahr 2018 überschritten werden, droht nämlich im zweiten Halbjahr eine Kürzung. Das würde dem Ziel der Molkerei widersprechen, über das Jahr eine möglichst gleichmäßige Milchanlieferung zu erreichen.

Darum kündigte das Unternehmen schon jetzt an, die Milchabnahme vorübergehend zu begrenzen, wenn die Anlieferung und die Verarbeitungskapazität von Januar bis Mai zu sehr aus dem Gleichgewicht geraten sollten. Die Einzelheiten für eine solche „Standstill“-Regelung werden in den nächsten Wochen ausgearbeitet.

FrieslandCampina betont, dass die Kapazität des Unternehmens zur Milchverarbeitung ausreicht, um die Milch aller Mitglieder und der Vertagslieferanten aufzunehmen, wenn die Milcherzeuger die Phosphat-Obergrenzen einhalten.

Mengensteuerung durch Abschlag

Die Genossenschaft hatte bereits im Herbst 2016 vorübergehend ein Programm zur Mengensteuerung eingeführt.

Überlieferer hatten damals einen kräftigen Abschlag vom Milchpreis hinnehmen müssen. Dieser Abschlag wurde an Erzeuger ausgezahlt, die ihre Produktion gegenüber einem Referenzzeitraum nicht steigerten. Insgesamt wurden fast 3 Mio. Euro Milchgeld umverteilt.

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