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Raiffeisengenossenschaften

Genossenschaften sind die "Wirtschaftskraft von nebenan"

Düngereinkauf bei einer Raiffeisen-Genossenschaft
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
19.10.2018

Die erfolgreiche Entwicklung der Genossenschaften hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) gewürdigt. „Ländliche Genossenschaften sind die Wirtschaftskraft von nebenan“, sagte DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp bei einer Feier zum 70-jährigen Bestehen des Verbandes gestern in Berlin.

Franz-Josef Holzenkamp

Holzenkamp bezeichnete die Raiffeisengenossenschaften als „Motor und Rückgrat des ländlichen Raumes“. Für sie gelte das Motto „in der Region verwurzelt, auf dem Weltmarkt zu Hause“.

Die derzeit größte Hürde für die genossenschaftlichen Unternehmen sieht der DRV-Präsident in der bestehenden Unvereinbarkeit des Kartellrechts mit dem genossenschaftlichen Prinzip. Der Strukturwandel mit dem stetigen Rückgang der Anzahl genossenschaftlicher Unternehmen werfe die Frage auf, wie die erforderlichen Kooperationen im genossenschaftlichen Bereich auch zukünftig ermöglicht werden könnten.

Koalitionsvertrag erfüllen

Holzenkamp sieht die Politik gefordert, in einem Prozess mit dem Bundeskartellamt für Klarheit zu sorgen. Im Ergebnis erwarte der Raiffeisenverband, dass die im Koalitionsvertrag festgehaltene Ankündigung, Genossenschaften als nachhaltige und krisenfeste Unternehmensform stärken zu wollen, konkretisiert werde.

Dem DRV bescheinigte Holzenkamp, dieser habe sich 70 Jahre nach seiner Gründung in Wiesbaden als politischer Spitzenverband der ländlichen Genossenschaften im Herzen Berlins etabliert. Der Verband vertrete „mehr als 2.100 Unternehmen, 84.000 Mitarbeiter und 63 Mrd Euro Umsatz“. Zu den Mitgliedern zählten auch 750 moderne Agrargenossenschaften, die aus den ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) hervorgegangen seien.

Mit Material von Agra-Europe
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