Login
Agrarhandel

Gerüchte um Fusion der Getreide-Handelsriesen ADM und Bunge

ADM-Truck von Seite
Thumbnail
Norbert Lehmann, agrarheute
am
07.02.2018

Die Rohstoff-Handelsriesen Archer Daniels Midland (ADM) und Bunge bereiten offenbar eine Fusion vor. Das berichtet die Agentur Bloomberg.

Die Gespräche über eine Übernahme von Bunge durch ADM seien weit vorangeschritten. Ein Ergebnis könnte noch im Laufe der Woche offiziell bekannt gegeben werden, so Bloomberg unter Hinweis auf anonyme Marktinsider.

Ein Zusammenschluss würde die Strukturen im internationalen Handel mit Agrarrohstoffen verändern. ADM und Bunge gehören zu den vier großen Konzernen, die als das "ABCD" des weltweiten Getreidehandels gelten: ADM, Bunge, Cargill und Dreyfus. Sie kaufen nicht nur Agrarprodukte wie deutschen Weizen, Soja aus Brasilien oder US-Mais ein, sondern beliefern auch die größten Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé oder Kraft Heinz.

Auch Glencore könnte mitbieten

Im vergangenen Jahr hatte der weltweit größte Rohstoffhändler, die Schweizer Glencore, allerdings ebenfalls Interesse an einer Übernahme von Bunge angemeldet. Glencore, die auch mit nicht-landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Metallen und Öl handelt, wollte Bunge mit seiner Agrarsparte verschmelzen.

Bloomberg zufolge ist nicht ausgeschlossen, dass Glencore versuchen wird, ADM noch auszustechen. Wer auch immer von den beiden Unternehmen bei Bunge zum Zug kommen sollte, muss in jedem Fall mit einer akribischen Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden der betroffenen Länder rechnen.

ADM wirtschaftet profitabler

ADM erwirtschaftete 2017 bei einem Umsatz von 60,8 Mrd. US-Dollar (62,3 Mrd. US-Dolllar im Vorjahr) einen Nettogewinn von 1,6 Mrd. US-Dollar. Damit wurde das Ergebnis um rund ein Viertel verbessert.

Bunge steigerte seinen Umsatz in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2017 um fast 11 % auf 34,2 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn brach aber um mehr als die Hälfte auf nur 220 Mio. US-Dollar ein. Das vollständige Jahresresultat soll am 14. Februar bekannt gegeben werden.

Auch interessant