Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Schweinemarkt und Corona-Krise

Größter Schlachthof in Bayern meldet 82 Corona-Fälle - und macht dicht

Zerlegung.
am Donnerstag, 26.11.2020 - 12:08 (Jetzt kommentieren)

Der Schlachtbetrieb Vion in Vilshofen, im Landkreis Passau, meldet, dass 82 der rund 300 Mitarbeiter des Schlachthofs positiv auf Corona getestet wurden.

Eine behördliche Schließung des Schlachthofes wurde laut Landratsamt nicht angeordnet.Trotzdem stand der Betrieb am Mittwoch still.

„Das Unternehmen Vion lässt die Produktion vorübergehend ruhen. Sobald ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, wird die Produktion wieder aufgenommen", heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die Vion Vilshofen GmbH informiert auf ihrer Internetseite, dass die Schlachtkapazität des Betriebes bei 20.000 Schweinen in der Woche liegt. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und nennt sich selbst den „größten Schlachtbetrieb Bayerns“.

Regelmäßige wöchentliche Testungen

schlachtkörper.

Das Unternehmen selbst teilt außerdem mit: „Vion führt seit Monaten konzernweit wöchentliche Testungen durch, um sicherzustellen, dass positiv infizierte Beschäftigte frühzeitig erkannt werden", sagt der Vion-Pressesprecher Karl-Heinz Steinkühler. Dabei sei auch das Virus in Vilshofen festgestellt worden.

Es folgten weitere Untersuchungen bei Mitarbeitern, die nicht in Isolation oder Quarantäne waren. Am Mittwochmittag hatte das Landratsamt in Vilshofen die Coronafälle auf dem Schlachthof zuächst mit 41 Fälle angegeben. Am Abend waren es dann weitere 41 Mitarbeiter des Vion-Schlachthofs, die auf Corona-positiv getestet wurden.

Zu Vion-Gruppe in Bayern gehören neben Produktionsstandort in Vilshofen außerdem auch die Schlachtstätten in Landshut, in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) und in Furth im Wald (Landkreis Cham).

Erste Testung schon Mai - Fälle nehmen bundesweit wieder zu

Schlachthof.

Nachdem es im ostwestfälischen Schlachtbetrieb Tönnies im Frühsommer zu einer massenhaften Corona-Infektion von Mitarbeitern gekommen war, wurden in anderen Schlachthöfen im Land verstärkte Kontrollen durchgeführt.

In Vilshofen wurden die Mitarbeiter im Mai ebenfalls getestet. Laut Landratsamt waren damals alle Mitarbeiter Corona-frei. Weitere Untersuchungen der Schlachthof-Mitarbeiter in Vilshofen waren damals nicht vorgesehen. Seitens des Ministeriums gab es keine entsprechende Vorgabe.Vion selbst führt  jedoch seit Monaten konzernweit wöchentliche Testungen durch.

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18.633), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Am Donnerstag vor einer Woche waren 22.609 Fälle gemeldet worden. Am Freitag voriger war mit 23.648 gemeldeten Fällen der bisherige Höchststand erreicht worden.

Neue Hiobsbotschaft für Schweinehalter

desinfektion.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind die Haupt-Ursache für die schwierige Situation am Schweinemarkt. Die hohen Hygieneauflagen in den Schlachtbetrieben und Personalengpässe summieren sich zu einem Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage, beschreibt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) die Situation.

In Deutschland hat der Angebotsdruck nach der Inbetriebnahme der neuen, coronaconformen Zerlegelinie bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück noch nicht spürbar abgenommen. Die Schlachtkapazitäten insgesamt sind nach wie vor der limitierende Faktor.  Nun kommt der neue Fall im bayrischen Vilshofen hinzu.

Überhänge an Schlachtschweinen werden auch aus anderen EU-Ländern gemeldet und drücken weierthin gewaltig auf die Preise für Schlachtschweine und Ferkel.

Mit Material von vion, pnp, BR

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...