Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

+++ Aktualisiert: 13:30 Uhr +++

Handel will mehr Geflügelfleisch aus höchsten Tierschutzstufen

Hähnchenbrust
am Montag, 08.03.2021 - 12:01 (1 Kommentar)

Die großen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland wollen gemeinsam das Angebot an Geflügelfleisch aus den höchsten Tierschutzstufen ausbauen.

In einer Vereinbarung mit dem Deutschen Tierschutzbund haben sich die Handelsketten auf einen Stufenplan verständigt. Danach soll der Anteil der Produkte aus den Haltungsstufen 3 und 4 in den nächsten zwei Jahren zunächst verdoppelt werden. Bis Ende 2026 soll der Anteil dann auf mindestens 20 Prozent ausgedehnt werden. Das teilten die Initiative Tierwohl (ITW) und der Deutsche Tierschutzbund heute (8. März 2021) mit.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, sprach von einem starken und mutigen Bekenntnis zu mehr Tierwohl. Dies könne zum Vorbild für mehr Tierschutz im gesamten Sortiment tierischer Produkte werden, sagte Schröder. Jetzt brauche es aber auch das Bekenntnis der Verbraucher an der Ladenkasse.

Verbraucher wird verständlich informiert

Führende Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels haben im April 2019 eine einheitliche, freiwillige Haltungsform-Kennzeichnung mit vier Haltungsstufen für tierische Erzeugnisse eingeführt. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei Aldi Nord und Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny und Rewe.

ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs betonte, das gemeinsame Bekenntnis der Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und des Deutschen Tierschutzbundes sei ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Tierwohl bei Geflügel. Mit der Haltungsform-Kennzeichnung würden derartige Schritte für die Verbraucher sichtbar und verständlich.

PHW-Gruppe fordert entsprechende Stallbau-Genehmigungen

Die PHW-Gruppe, Deutschlands größte Geflügelschlachterei, begrüßte die Ankündigung der Handelsriesen. Peter Wesjohann, der Vorstandsvorsitzende der PHW-Gruppe, zeigte sich erfreut, dass damit eine „belastbare Basis für den nachhaltigen Ausbau dieser Haltungskonzepte geschaffen worden“ sei. Die Vertragslandwirte von PHW könnten nun die Erzeugung von „Privathof-Geflügel“, das der Haltungsstufe 3 entspricht, signifikant ausbauen.

Wesjohann zufolge müssen dafür allerdings bestehende Ställe umgebaut und mit Wintergärten ausgestattet werden. Darum forderte der Firmenchef eine zügige Genehmigung von Stallumbauten für ein Mehr an Tierwohl und von der Politik die notwendigen Anpassungen des Baurechts. Zurzeit ziehen 32 Landwirte Hähnchen für die Marke Privathof-Geflügel auf. Zur Markteinführung im Jahr 2011 waren es zwölf.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...