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Gebäudeenergiegesetz und Heizungsförderung

Heizungsbauer Viessmann mit Kurzarbeit – Die Wärmepumpen-Pleite

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Dr. Olaf Zinke, agrarheute
am Montag, 01.07.2024 - 11:07

Der Heizungsbauer Viessman kündigt Kurzarbeit an. Die Gründe liegen auf der Hand. Und sie werden wohl nicht so schnell verschwinden. Damit geht es den Herstellern von Wärmepumpen in gewisser Weise wie den Herstellern von E-Autos.

heizungen.

Der Hersteller von Heizungen und Wärmepumpen Viessmann hat für die Produktion an seinem Stammsitz im nordhessischen Allendorf Kurzarbeit angemeldet. 

Betroffen seien alle Bereiche des Standortes mit 4.000 Beschäftigten, berichtet der Hessische Rundfunk (HR). 

Danach bestätigte der Viessmann dem HR am Samstag seine Kurzarbeitspläne. „Die Kurzarbeit ist für die Monate Juli und August in der Viessmann Werke Allendorf GmbH geplant2, teilte das Unternehmen mit. Kurzarbeit werde es „sowohl im direkten als auch im indirekten (Verwaltungs-)Bereich“ geben. 

Die Viessmann-Werke in Allendorf (Climate Solution) gehören seit Januar 2024 zum amerikanischen Carrier-Konzern. Betroffen von der Kurzarbeit seien laut Unternehmen aber „bei Weitem nicht alle“ der rund 4000 Frauen und Männer, die in Allendorf im Bereich der Fertigung von Heizgeräten und Wärmepumpen arbeiten. 

Die abgeschlossene Betriebsvereinbarung bietet Planungssicherheit für einen Zeitraum von einem Jahr“, so Viessmann weiter. Über die Kurzarbeitspläne für dem Stammsitz im Kreis Waldeck-Frankenberg hatte zuerst die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet. 

Weitere Entscheidungen über die Inanspruchnahme von Kurzarbeit würden in Abhängigkeit von der Marktsituation getroffen, sagte eine Sprecherin. Kurzarbeit bedeutet für die Angestellten, dass sich die regelmäßige Arbeitszeit und entsprechend auch Lohn und Gehalt verringert.

Verkauf von Wärmepumpen eingebrochen

Auf die Frage nach den Gründen für die Kurzarbeit heißt es vom Unternehmen lediglich: „Kurzfristig gibt es in Europa etwas Gegenwind, aber Viessmann Climate Solutions ist vollends überzeugt, dass der langfristige Trend zur Elektrifizierung und Nachhaltigkeit eine noch nie dagewesene Chance bietet und dass wir für dieses Wachstum bestens aufgestellt sind.“ 

Bereits im Mai dieses Jahres hatten die Mitbewerber Vaillant (Remscheid) und Stiebel Eltron (Holzminden) Kurzarbeit angemeldet, Viessmann führte Kostensparmaßnahmen ein. 

Der Markt ist von großer Verunsicherung auf Verbraucherseite geprägt“, sagt der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDHI). Nach einem starken Auftragsjahr 2023 erwarten die Heizungsbauer vor allem bei Wärmepumpen in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang. Als Hauptgrund sieht der Zentralverband „Sanitär Heizung Klima“ eine Verunsicherung bei Verbraucherinnen und Verbraucher mit Blick auf die Zukunft der Energieversorgung. 

Wegen der Auflagen des neuen Heizungsgesetzes hatten viele Hauseigentümer 2023 noch eine Gas- oder Ölheizung gekauft. Die Nachfrage nach Wärmepumpen brach dagegen ein. Laut BDHI wurden im ersten Quartal 2024 in Deutschland nur halb so viele Wärmepumpen verkauft wie im Vorjahresquartal. 

Im ersten Quartal 2024 sank der Absatz von Wärmeerzeugern insgesamt (Wärmepumpen, Öl, Gas, Biomasse) von 81.500 auf 65.500. 

Von den von der Bundesregierung geplanten 500.000 Wärmepumpen pro Jahr, die man als Ziel für die Branche herausgegeben hatte, bleiben nach aktuellen Schätzungen allerhöchstens 200.000 übrig.

Mit Material von Hessischer Rundfunk, Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA)

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