Login
Molkereibranche

Hochwald sucht neue Investoren

am
26.06.2019

Die Molkerei Hochwald gibt wieder Genussscheine aus. 2018 konnte sie ihren Umsatz nicht halten. Dafür war der Milchpreis etwas höher.

Latka-Hochwald-CEO

Die Molkerei Hochwald sucht weitere Geldgeber. Die Vertreterversammlung hat die Ausgabe einer weiteren Tranche an Genussscheinen beschlossen. Für Altinvestoren besteht die Möglichkeit, Genussscheine aus der auslaufenden Tranche 2019 zu tauschen. Ebenfalls will Hochwald neue Investoren ansprechen. Geplant ist ein Volumen von rund 40 Mio. Euro.

Nach den aktuellen Bilanzkennzahlen 2018 hat die Molkerei im Konzern das Eigenkapital auf 190,7 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote stieg von 31,5 auf 33,4 Prozent.

Im Berichtsjahr sind die Umsatzerlöse um 0,7 Prozent auf 1.544,7 Mio. Euro gestiegen. Rund 54 Prozent davon stammten aus dem Export. Knapp 12 Prozent erzielte die Molkerei dabei mit Ausfuhren in Drittländer.

Das Jahresergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg dagegen um 22,6 Prozent auf 59,2 Mio. Euro.

Die angelieferte Milchmenge ist jedoch leicht um ein Prozent auf 2,24 Mrd kg gesunken. Die Milchlieferanten sanken deutlich um rund 1.200 auf 3.252, davon waren 2.910 Betriebe Genossenschaftsmitglieder.

Rund drei Viertel der Milch im Nachhaltigkeitsprogramm

Kälber auf Weide

An die Milchlieferanten der Muttergenossenschaft konnte Hochwald in 2018 einen überdurchschnittlichen Leistungspreis von 34,5 ct/kg netto auszahlen, was 0,6 ct/kg mehr gegenüber dem Vorjahr waren. Darin sind Nachzahlungen, Zuschläge für S-Klasse, gentechnikfrei Fütterung, und MilchPlus enthalten.

Im vergangenen Jahr hat die Molkerei das Qualitäts- und Nachhaltigkeitsprogramm MilchPlus eingeführt. Rund die Hälfte der Hochwald-Landwirte nehmen inzwischen am Programm teil. Das entspricht etwa 75 Prozent der genossenschaftlichen Milch. Sie sichern sich so einen Zuschlag auf den Milchpreis. In 2019 wird das Programm weiter entwickelt.

Außerdem wird seit Ende 2018 ein Festpreismodell angeboten. Basierend auf dem Börsenmilchwert können die Landwirte Mengen verbindlich anmelden, die zum Festpreis abgerechnet werden. Ca. 450 Landwirte haben bisher die für die Teilnahme notwendige Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Künftig überdurchschnittlicher Milchpreis angestrebt

2018 hat Hochwald insgesamt 43,4 Mio. Euro in Sachanlagen investiert. In Thalfang wurde der Bau einer neuen Lagerhalle abgeschlossen und die Installation der vierten Kondensmilchlinie vorbereitet.Im niederländischen Bolsward ist die Produktion von Kondensmilch in der Glasflasche gestartet. Im Käsewerk Hünfeld wurde weiter in die Ausweitung der Kapazitäten investiert.

Darüber hinaus wurden erste Zahlungen für Planung und Genehmigungen für den Neubau in Mechernich geleistet. Dieser soll 2021 in Betrieb gehen. "Mit dem Neubau haben wir den Grundstein gelegt, dauerhaft einen überdurchschnittlichen Milchpreis für unsere Erzeuger zu erzielen, " sagt Detlef Latka, Chief Executive Officer.

Er versicherte, die Hochwald habe die strategischen Ziele fest im Blick und setzen weiter auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. "Mit einer Umstrukturierung unseres Vertriebs reduzieren wir die time to market und konzentrieren uns auf die wachstumsstarken Regionen außerhalb Europas.“

Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Juli 2019
Jetzt abonnieren
Auch interessant