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KTG-Agrar-Pleite

Insolvenz KTG Agrar: Gläubiger gehen größtenteils leer aus

am
17.07.2019
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Anteilseigner des insolventen KTG-Agrar-Konzerns bekommen nur einen kleinen Teil ihrer Einlage zurück.

Siegfried Hofreiter

Laut dem Wirtschaftsmagazin Capital bleiben die mehr als 10.000 Anleihegläubiger des insolventen KTG-Agrar-Konzerns größtenteils auf ihren Forderungen sitzen. Das ergibt ein Vergleich, den Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus mit den früheren Vorständen, Aufsichtsräten und deren Haftpflichtversicherern geschlossen hat. Zum konkreten Inhalt des Vergleichs schwieg Denkhaus.

Durch die außergerichtliche Einigung sei laut Informationen von Capital nur ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag bereitgestellt worden. Ursprünglich hatte der Insolvenzverwalter Denkhaus die Ex-KTG-Führungskräfte auf die Zahlung von 189 Mio. Euro verklagt

Verdacht auf Insolvenzverschleppung

Knapp 350 Mio. Euro investierten Anleger in den Mittelständler an der Börse. Im Juli 2016 meldete der Konzern dann Insolvenz an. Laut Denkhaus zu spät, da die Firma schon 2015 überschuldet gewesen sei. Auch hatte KTG Agrar laut Capital "teils dubiose Transaktionen" bis zum Insolvenzantrag abgewickelt. Der Insolvenzverwalter wollte den langjährigen Konzernchef Siegfried Hofreiter nebst weiteren Vorständen und Aufsichtsräten dafür verhaften lassen. 

Unternehmenserlöse nicht ausreichend

Die werthaften Unternehmensteile von KTG Agrar hatte Denkhaus in den Monaten unmittelbar nach der Insolvenz verkauft, unter anderem an die Bremer Zech-Gruppe. Die Erlöse beliefen sich auf unter 15 Mio. Euro. Weiterhin hatte der Berater den Gläubigern 20 Mio. Euro aus der sogenannten Organhaftung in Aussicht gestellt. Die Summe, auf die er sich kürzlich mit den Versicherern einigte, liegt aber deutlich darunter. Für die Top-Manager hatte das Unternehmen eine Haftpflichtpolice abgeschlossen. Laut Capital decke diese Schäden von bis zu 40 Mio. Euro.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Das Strafverfahren gegen den Ex-Konzernchef Hofreiter und weitere Vorstände läuft, ungeachtet des Vergleichs, weiter. Unter anderem wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen 17 Beschuldigte. Im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft eine groß angelegte Razzia bei früheren KTG-Verantwortlichen durchgeführt.

Mit Material von Capital

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