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Milchindustrie

Investitionsstau: Molkerei Arla will offenbar Werk Karstädt schließen

Milchpulver
am Mittwoch, 26.02.2020 - 16:24 (Jetzt kommentieren)

Bei der deutschen Tochter von Arla Foods wackelt ein ostdeutscher Verarbeitungsstandort.

Medienberichten zufolge will der Konzern das Werk im brandenburgischen Karstädt schließen. Die Produktion soll an den 100 km weiter nördlich gelegenen Standort Upahl in Westmecklenburg verlagert werden.

In der 2011 von Arla übernommenen Fabrik in Karstädt wird ausschließlich Magermilchpulver hergestellt. Die jährliche Produktionskapazität lag laut Unternehmensangaben zuletzt bei 95 Millionen Kilogramm.

Während dänische Medien in Bezug auf die Schließung bereits von einer endgültigen Entscheidung sprechen, betonte ein Sprecher von Arla Deutschland gegenüber Agra-Europe, dass über einen entsprechenden Schritt aktuell noch diskutiert werde. Eine finale Entscheidung zur Zukunft des Standorts solle in den kommenden zwei Monaten erfolgen.

Regionale Anlieferung ist rückläufig

Nach Darstellung des Unternehmenssprechers plant Arla eine Verlagerung der gesamten Milchmenge von Karstädt in das Werk in Upahl, da die Anlieferung in der Region seit 2017 gesunken sei und der kleine Standort Karstädt inzwischen zu wenig Kapazitäten habe, um Magermilchpulver auch zukünftig wirtschaftlich zu produzieren.

Zudem würde der Standort Investitionen benötigen, um seinen technischen Standard auf den neuesten Stand zu bringen. Gleichzeitig verfüge das Werk in Upahl über freie Kapazitäten, um die Milch aus Karstädt ohne Zusatzinvestitionen zu verarbeiten.

Gespräche mit dem Betriebsrat laufen

Eigenen Angaben zufolge hat das Management von Arla Deutschland bereits verschiedene Optionen für den Fortbestand der kleinen Molkerei in Karstädt geprüft, konnte aber keine wirtschaftlich tragfähigen Lösungen finden. Daher müsse man leider die Schließung der Molkerei in Karstädt in Betracht ziehen.

Laut dem Sprecher ist das Unternehmen bereits auf den Betriebsrat zugegangen, um die aktuellen Planungen zu besprechen und über die notwendigen nächsten Schritte zu verhandeln. Zudem seien die betroffenen 21 Mitarbeiter in Karstädt über die geplanten Maßnahmen in einer Betriebsversammlung informiert worden.

Mit Material von AgE

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