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Bio-Lebensmittel

Nach Kaufland: auch Rewe ist jetzt Mitglied beim Bioverband Demeter

Rewe-Markt
am Dienstag, 06.10.2020 - 10:51 (Jetzt kommentieren)

Rewe baut sein Bio-Sortiment aus. Der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland führt nun auch Demeter-Produkte. Damit folgt Rewe dem Trend im deutschen Lebensmittelhandel, immer mehr Verbandsware im Supermarkt anzubieten.

Demeter-Produkte gibt es in den letzten Jahren vermehrt auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Nach Edeka hatte auch Kaufland vergangenes Jahr die Produkte des biodynamischen Anbauverbands in die Regale genommen. Nun hat auch die Rewe Group einen Vertrag mit dem Verband geschlossen und ist ihm damit als Mitglied beigetreten. Damit werden Demeter-Produkte in immer mehr der über 3.000 Filialen angeboten.

Neben Produkten von überregional vertreibenden Demeter-Herstellern wie dem Bauckhof, Davert und Campo Verde umfasst das Angebot vor allem regionale, frische Produkte wie Obst, Gemüse und Molkereiprodukte.

Alexander Gerber, Vorstandsmitglied bei Demeter, begründet den im Verband nicht unumstrittenen Schritt: „Wir freuen uns über die wachsende Nachfrage an Demeter- und Bio-Produkten in der Gesellschaft." Um die Vision des Anbauverbands von 100 Prozent Bio zu erreichen, müsse man "entschiedene Schritte gehen – und zwar auch dahin, wo die Menschen täglich einkaufen.“

Bio-Verbandsware: immer mehr im Supermarkt und Discounter

Bioprodukte aus dem Discounter

Rewe folgt mit diesem Schritt dem zunehmenden Trend der Verbandsware in die klassischen Supermärkte. Lange Zeit waren in Deutschland in den Supermärkten Bio-Produkte nach dem EU-Standard zu finden; die nach strengeren Kriterien erzeugte Verbandsware wurde ausschließlich in Hofläden, Naturkostläden und Reformhäusern - und natürlich auch dem Wochenmarkt - angeboten.

Mit dem Aufkommen der Biosupermärkte wie Basic und Denn´s fand die Verbandsware dann den Weg zu Kunden über die klassischen Naturkostszene hinaus. Den ersten Bio-Supermarkt Deutschlands eröffnete übrigens Alnatura und das bereits im Jahr 1987. Zunächst blieb der Naturkosthersteller mit seinem Vorstoß aber lange allein.1998 wurde dann der erste Basic-Markt in München gebaut und ebnete den Weg für ein Einkaufsangebot, das Bio für alle anstrebte. Erstmals gab es Läden mit mehr als 400m² Verkaufsfläche, die überwiegend vom Großhändler ihre Waren bezogen.

Als dann die ersten Verbandsprodukte in die klassischen, oft preisgetriebenen Supermarkt angeboten wurden, hagelte es Kritik aus der Biobranche. Inzwischen ist es aber zunehmend üblich, Bio-Verbandsware im Supermarktregal oder sogar im Discounter zu finden.

Demeter, Naturland, Bioland - was gibt es wo?

Die erste Verbandsware im klassischen Handel gab es 2009 und zwar bei Rewe: Dort tragen seit 2009 einzelne Produkte der Eigenmarke "Rewe Bio" das Naturland-Sigel. Inzwischen sind es mehr als 250 Produkte aus allen Sparten. Darüber hinaus finden sich Naturland-Waren seit 2016 bei Tegut und Edeka.

Demeter kooperiert seit 2018 mit der Drogeriekette dm und seit Anfang 2019 auch mit dem Händler Kaufland, unter anderem mit dem Bruderkalb-Projekt. Außerdem ist die Verbandsware bei Tegut, real und Hit zu finden.

Bei Tegut gibt es ebenso wie Lebensmittel mit dem Bioland-Sigel. Bioland ist zudem seit 2 Jahren beim Drogeristen Rossmann zu finden und seit 2019 - nach fast 18 Monaten Verhandlungen - beim Discounter Lidl

Molkereien wie Söbbeke aus Nordrhein-Westfalen oder die Schwarzwaldmilch aus Freiburg Milch und Joghurt gehören schon längst in vielen Supermärkten zum Standardsortiment. Der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel bedient damit die wachsende Nachfrage nach Bioprodukten und verbessert zeitgleich sein ökologisches Image. 

Mit Material von oekolandbau.de

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