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Genossenschaftlicher Agrarhandel

Kempkes: "Mission Stabilisierung" der RWZ erfüllt

RWZ-Anhänger bei der Erfassung der Ernte
am Mittwoch, 05.05.2021 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

Nach einer deutlichen Ergebnissteigerung 2020 ist die RWZ Rhein-Main gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Im Fokus steht die Umsetzung der Allianz mit der RaiWa Kassel. Die Inhaber dürfen sich nach einer Nullrunde wieder über eine Dividende freuen.

Christoph Kempkes

"Die Mission Stabilisierung der Firma ist erfüllt". Mit diesen Worten fasste Christoph Kempkes, der Vorstandssprecher der RWZ Rhein-Main eG, heute (5. Mai) in der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens die Lage der Kölner Zentralgenossenschaft zusammen.

  • Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte 2020 gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Mio. Euro auf 22,3 Mio. Euro verbessert werden.
  • Der Umsatz sank von 2,18 Mrd. Euro um 4,4 Prozent auf 2,08 Mrd. Euro.

Ursache der Umsatzentwicklung waren vor allem niedrigere Energiepreise und der gezielte Abbau wenig oder nicht ertragreicher Geschäftsbereiche. Das Ergebnisziel der Strategie "PRIO" für 2020 wurde damit aber übertroffen.

In das neue Geschäftsjahr ist die RWZ laut Kempkes "wirklich gut" gestartet. Die Planzahlen werden übertroffen. Die konservative Prognose für das Vorsteuerergebnis beträgt 8 Mio. bis 10 Mio. Euro im Vergleich zu 11,4 Mio. Euro im vergangenen Jahr.

Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung soll der Generalversammlung eine Dividende von 2,5 Prozent vorgeschlagen werden, nachdem die Inhaber im vergangenen Jahr eine Nullrunde verkraften mussten.

RWZ: Landtechnik und Holzhandel entwickeln sich sehr positiv

Besonders positiv entwickelte sich bei der RWZ im vorigen Jahr die Techniksparte. Der Absatz neuer Schlepper konnte gegenüber 2019 um 21 Prozent auf 1.556 Stück gesteigert werden. Außergewöhnlich gut verlief aus Sicht der Genossenschaft auch der Holzhandel bei hohen Schadholzmengen und zugleich großer Nachfrage nach Sägeholz aus China.

Der klassische Agrarhandel mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen schloss hingegen aufgrund höherer Hedging-Kosten deutlich unter Plan ab. Das Geschäft mit Verarbeitungskartoffeln verlief aufgrund der Corona-Pandemie extrem schwierig. Vertragsgebundene Ware konnte jedoch laut RWZ vollständig abgesetzt werden. Das Gesamtergebnis bezeichnete der Vorstand als befriedigend.

Im Bereich Weinbau und Gartenbau erzielte die Genossenschaft im vergangenen Jahr Rekordergebnisse. Auch die Sparten Energie, Einzelhandel und Futtermittel schlossen mit Rekordzahlen deutlich über Plan ab.

RWZ sucht weitere Partner für Allianzen

Die Umsetzung der Kooperation mit der RaiWa Kassel beschäftigt den RWZ-Konzern zurzeit stark, berichtete Kempkes. Zahlreiche Arbeitsgruppen bereiten derzeit den Start der Zusammenarbeit zum 1. Juni 2021 vor.

Im Zuge der Kooperation gibt die RWZ mit dem Verkauf von 19 Standorten an die RaiWa Kassel rund 280 Mio. Euro Umsatz an die Hessen ab. In etwa die gleiche Umsatzdimension soll durch den Betriebsmitteleinkauf der RaiWa über die Kölner zur RWZ zurückfließen, sodass Kempkes mit einem stabilen Umsatz rechnet. Das EBIT soll effizienzbedingt jedoch um 1 bis 3 Mio. Euro pro Jahr höher ausfallen.

Die Allianz mit Kassel soll allerdings nicht das Ende der Kooperationen darstellen. Der Vorstandssprecher stelllte noch für das laufende Jahr eine "Überraschung" in Aussicht. Andeutungsweise handelt es sich dabei um einen weiteren Kooperationspartner aus dem Süden.

Mit Bezug auf mögliche Schadenersatzklagen von Landwirten gegen die RWZ als Teilnehmer des Pflanzenschutzkartells sagte Kempkes, er sehe für etwaige Sammelklagen keine Erfolgsaussichten.

"Bombiger" Start in das neue Geschäftsjahr

Das 1. Quartal 2021 bezeichnete Kempkes als "bombig". Die hohe Nachfrage nach Agrartechnik halte an. Das Geschäft werde auch getrieben von der "Bauernmilliarde", aus der Technikinvestitionen der Landwirte bezuschusst werden. Auch der Handel mit Getreide und Ölsaaten verlaufe positiv. Der gesamte Komplex des Betriebsmittelgeschäfts laufe sehr stark, insbesondere der Düngerabsatz.

Einsteigen möchte die RWZ in die Zertifizierung von CO2-Festlegungen. Dazu soll im Bereich der regenerativen Landwirtschaft ein Joint Venture mit zwei Partnern gegründet werden. Die Namen der Partner wollte Kempkes aber noch nicht bekannt geben.

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