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Düngerindustrie

K+S prüft Teilverkauf des Düngergeschäfts

Kaliabbau unter Tage
am Mittwoch, 11.12.2019 - 08:20 (Jetzt kommentieren)

Mit möglichen Verkäufen von Geschäftsteilen in Nordamerika holt der hoch verschuldete Dünger- und Salzproduzent K+S zum Befreiungsschlag aus.

Geprüft wird der Verkauf des neuen Kaliwerkes in Bethune, Kanada. Der Wert der noch jungen Anlage beträgt laut K+S fast 5 Mrd. Euro. Dazu kommt das gewinnträchtige Geschäft mit Düngemittelspezialitäten aus deutscher Produktion und die operative Einheit in Amerika als kontinuierlicher Einnahmenlieferant.

Das Maßnahmenpaket, das die K+S-Gruppe gestern in Kassel vorstellte, zielt darauf ab, Teile dieser Werte kurzfristig zu realisieren. Das Ziel ist ein Abbau der Verschuldung.

Sinkende Kalipreise machen der Branche zu schaffen

Sinkende Kalipreise machen Herstellern wie K+S schon seit Monaten zu schaffen. So hatten die Hessen - wie andere Branchenteilnehmer auch - die Produktion zuletzt deutlich gedrosselt, in der Hoffnung, dass das geringere Angebot im neuen Jahr die Absatzpreise wieder ankurbelt.

Konzernchef Burkhard Lohr hatte im Zuge dieser Produktionskürzungen zuletzt für 2019 nur noch mit einem leichten Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) auf rund 650 Mio Euro gerechnet - und das im Vergleich zu einem bereits schwachen Jahr 2018.

Hohe Investitionskosten in Kanada drücken

Zudem drückt Lohr auf die Kostenbremse: Neben den ohnehin geplanten Einsparungen sagte er bei der Vorstellung der jüngsten Finanzzahlen Mitte November, dass auch die Investitionen sinken sollen.

So hat der Konzern durch den milliardenteuren Bau des Kaliwerks Bethune in Kanada einen Schuldenberg angehäuft. Den abzutragen, dürfte angesichts der zuletzt schlechter laufenden Geschäfte schwieriger geworden sein. Laut dem Analysten Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hatte das K+S-Management vor diesem Hintergrund jüngst eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen.

Mit Material von dpa

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