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Agrartechnik

Landtechnikindustrie nimmt wieder Fahrt auf

Mähdrescher erntet Winterweizen
© agrarfoto
von , am
07.09.2017

Zur Fachmesse Agritechnica fährt die deutsche Landtechnikindustrie im November in bester Laune: Endlich spürt die Branche nach drei Krisenjahren wieder einen kräftigen Aufschwung.

„Wir erleben seit einigen Monaten auf zahlreichen Märkten ein konjunkturelles Comeback“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dr. Bernd Scherer, gestern auf der Vorpressekonferenz der weltgrößten Branchenmesse Agritechnica, die vom 12. bis 18. November in Hannover stattfinden wird.

Zweistellige Zuwachsraten im Auftragseingang aus dem In- und Ausland seien „ein wichtiger Indikator für einen tragfähigen Aufschwung“. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet der VDMA ein Umsatzvolumen aus deutscher Produktion von 7,5 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Plus von 4 Prozent zum Vorjahr. Dass sich diese positive Entwicklung auch 2018 fortsetzen werde, sei nicht unwahrscheinlich, sagte Scherer.

 

Kapazitätsauslastung erreicht Spitzenwert

Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer VDMA Landtechnik
Dr. Bernd Scherer © Werkbild VDMA

Im ersten Halbjahr 2017 konnten die deutschen Landmaschinen- und Traktorenhersteller ihren Umsatz um 7 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro steigern. Die Kapazitätsauslastung der Fabriken lag im Frühjahr bei nahezu drei Monaten, was einem Spitzenwert entspricht, wie er zuletzt im Ausnahmejahr 2013 gemessen wurde.

Nachdem sich das Wachstum im ersten Quartal noch vorwiegend auf den deutschen Markt beschränkt hatte, haben die Auslandsumsätze im zweiten Quartal mit einem Plus von 14 Prozent deutlich nachgezogen.

„Das ist genau das Signal, auf das wir gewartet haben“, sagte Scherer. Schließlich sei die deutsche Agrartechnikindustrie mit einer Exportquote von durchschnittlich 75 Prozent darauf angewiesen, „auch auf internationalem Parkett zu punkten“.

Große Traktoren sind gefragt

Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage nach Maschinen für die Ernte von Futterpflanzen, angefangen vom Mähwerk bis hin zum Feldhäcksler. Hochzufrieden zeigen sich auch die Hersteller von Geräten für die Fütterung sowie von Lade- und Erntewagen, die im abgelaufenen Halbjahr zweistellig gewachsen sind.

Im Leitsegment der Ackerschlepper sieht das Bild noch etwas differenzierter aus: Insbesondere Traktoren der oberen Größenklassen mit Motorleistungen über 150 PS haben einen Boom erlebt. Der Umsatz mit Traktoren unter 50 PS war dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich rückläufig.

Digitalisierung als Schrittmacher

Ein großer Investitionsanreiz geht laut Scherer von der Digitalisierung und Vernetzung der Landtechnik aus. Vernetzung sei ein „regelrechter Effizienzturbo“, der auch ehrgeizige ökologische Ziele erreichbar mache, erläuterte der VDMA-Geschäftsführer. Die Kaufbereitschaft der Landwirte beruhe in erster Linie auf einem Effizienzversprechen der Industrie und sei damit technikgetrieben. Im Ergebnis sollten digitale Vernetzungsangebote dazu beitragen, die betriebliche Profitabilität signifikant zu steigern.

Fendt/MF Ideal: Der neue Großmähdrescher von AGCO in Bildern

AGCO Mähdrescher
In Italien stellte AGCO seine neuen Großmähdrescher Ideal vor. Den Mähdrescher gibt es in den drei Modellen 7, 8 und 9 mit 451, 538 und 647 PS. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
AGCO Mähdrescher
Die Modelle werden die neuen Großmähdrescher von Fendt und Massey Ferguson. Sie sind einheitlich schwarz. Nur das Logo und die Bezeichnung auf der Seitenverkleidung bekommt das MF- oder Fendt-Branding. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
AGCO Mähdrescher
Das PowerFlow-Schneidwerk des Ideal ist mit einer maximalen Arbeitsbreite von 12,20 m verfügbar. Das automatische Schneidwerksverbindung AutoDock ermöglicht das Ankoppeln von der Kabine aus. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
AGCO Mähdrescher
Die automatische Schneidwerkverbindung funktioniert mit einem RFID-Code, dem Ag Tag, der an jedem Schneidwerk angebaut ist. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
AGCO Mähdrescher
Von Kabine aus und nur über einen Tastendruck auf dem Terminal werden die mechanischen, elektrischen und hydraulischen Verbindungen in 5 Sekunden verbunden. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
Motor AGCO Mähdrescher
Der Ideal 9 und der Ideal 8 laufen mit MAN Motoren, der Ideal 7 mit dem AGCO Power Motor. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
Korntank AGCO Mähdrescher
Der neue Großmähdrescher ist laut AGCO mit dem größten Korntank ausgestattet, den es am Mähdreschermarkt gibt. Er hat ein Fassungsvermögen von 17.100 l (18 Prozent mehr als aktuelle Hochleistungsmähdrescher). Auch die Abtankgeschwindigkeit von 210 l/sek soll die schnellste im Markt sein. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
Raupenlaufwerk AGCO Mähdrescher
Die Version „T“ hat das Raupenlaufwerk. Der schmale Fahrzeugrahmen von nur 1,40 m bietet Platz für breiteste Reifen- und Raupenlaufwerksoptionen.  Der Ideal 9 erzeugt schon bei einer max. Außenbreite unter 3,30 m mit dem 26 Zoll TrackRide Raupenfahrwerk eine Aufstandsfläche von 2,55 m² und sorgt so für einen geringen Bodendruck. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
AGCO Mähdrescher Kabine
Die Vision Kabine bietet viel Platz. Neben Terminal und Display können die Funktionen über iPad überwacht und gesteuert werden. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
Innenleben Mähdrescher AGCO
Der Ideal 7 hat einen Rotor, Ideal 8 und 9 zwei Rotoren. Der Rotor ist mit 4,84 m laut AGCO der längste am Markt. © "Thomas Göggerle, dlz agrarmagazin"
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