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Landwirte wollen vor Discounter Aldi Süd in Mülheim demonstrieren

Aldi
am Mittwoch, 08.09.2021 - 10:18 (Jetzt kommentieren)

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen von Land schafft Verbindung (LSV) ruft für heute Nachmittag (8.9.2021) zur Demonstration vor der Zentrale des Discounters Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr auf.

Es könne nicht sein, dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) mit großen Anforderungen an die Produktion von Lebensmitteln an die Landwirte herantrete, aber keinen Cent mehr dafür bezahlen wolle, so der Verband. Die Kundgebung vor der Aldi-Süd-Zentrale in der Burgstraße soll um 14 Uhr beginnen. Der Discounter wurde dabei stellvertretend für alle Lebensmitteleinzelhändler ausgewählt.

Aldi hat bekanntlich angekündigt, ab 2030 nur noch Frischfleisch aus den höchsten Haltungsstufen 3 und 4 verkaufen zu wollen. Gleichzeitig werde zur Zeit der Mehrpreis für die Tierwohlstufe 2 in Frage gestellt, da es vom Kunden nicht gezahlt werde, kritisierte LSV NRW. Deshalb erwartet der Verband Antworten: Wie sollen die Landwirte ihre Ställe umbauen, wenn die jetzigen Erlöse nicht einmal die Kosten decken?

Landwirte erwarten klares Bekenntnis zur heimischen Produktion

LSV NRW erwartet aber ebenso Antworten von Seiten der Politik und von den Verarbeitern. Nach Angaben der Organisation wurden alle Beteiligten der Wertschöpfungskette auf die Bühne zur Kundgebung eingeladen. Es zeige sich einmal mehr, dass die Politik und die „Gesellschaft“ die Landwirte mit Forderungen und Gesetzen überhäufe, aber die Erzeuger am Ende nur mit Preisen auf Weltmarktniveau abgespeist würden.

LSV NRW fordert den Einzelhandel auf, die hohen deutschen Standards bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen, damit die heimischen Bauern endlich fair entlohnt würden, sodass sie wieder kostendeckend arbeiten könnten. „Ein klares Bekenntnis zur heimischen Produktion (5 mal D) wäre zum Beispiel ein deutliches Zeichen“, so Land schafft Verbindung NRW.

Die Tatsache, dass die Gewinne des Lebensmitteleinzelhandels während der Corona-Pandemie immens gestiegen, gleichzeitig aber die Gewinne in der Landwirtschaft eklatant gefallen seien, könne so nicht weiter hingenommen werden.

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