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Milchwirtschaft

Molkerei Ammerland für Reduzierung der Milchmenge gegen Entgelt

Luftbild Molkerei Ammerland
am Montag, 18.05.2020 - 11:29 (Jetzt kommentieren)

Die Molkerei Ammerland befürwortet eine freiwillige Reduzierung der Milchmenge gegen Entgelt, finanziert durch das EU-Milchpaket.

Das Unternehmen begrüßt ausdrücklich die Aktion „Kühe in Kurzarbeit schicken“ von Land schafft Verbindung (LsV). Die Molkerei verwies darauf, dass die Corona-Krise die Milchpreise aktuell stark unter Druck setze. Ein saisonal hohes Milchangebot treffe auf eine geschrumpfte oder gänzlich weggebrochene Nachfrage in Folge der Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Die derzeit in Europa zu beobachtenden Tendenzen zur schrittweisen Lockerung der Restriktionen werden aus Sicht der Molkerei Ammerland zunächst nur zu einem sehr langsamen Anstieg der Nachfrage führen. Eine Normalisierung der Situation sei aufgrund der nicht abzuschätzenden Folgen der Krise nicht absehbar.

Umsatz und Milchmenge mittelfristig deutlich gesteigert

Das Geschäftsjahr 2019 hat die Molkerei Ammerland erfolgreich abgeschlossen. Wie aus der heute vorgelegten Bilanz hervorgeht, stieg die Milchverarbeitung um 8,8 Prozent auf 1.965,7 Mio. kg Milch. Der Umsatz hielt mit dem Mengenwachstum Schritt und nahm um rund 82 Mio. Euro oder 8,9 Prozent auf 998,6 Mio. Euro zu.

Damit hat die norddeutsche Genossenschaft ihre Milchverarbeitung in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent ausgedehnt. Der Umsatz wurde sogar um 56 Prozent gesteigert.

Drei Viertel der Milch werden zu Käse verarbeitet

Käseproduktion-Molkerei Ammerland

Die größere Rohstoffmenge im Jahr 2019 geht sowohl auf die Aufnahme neuer Mitglieder als auch auf Steigerungen der Milcherzeugung bei den bisherigen Lieferanten zurück. Die Zahl der Mitglieder der Genossenschaft wuchs im Berichtsjahr um 1,3 Prozent auf 2.104.

Die angelieferte Milch wurde zu drei Vierteln zu Käse verarbeitet. Insgesamt lag die Käseproduktion bei 164.496 Tonnen (plus 13,1 Prozent). Rund 60 Prozent des Umsatzes erzielte Ammerland mit Käse.

Auch in den anderen Produktkategorien konnte die Produktion ausgeweitet werden: Die Molkerei stellte 63.413 Tonnen Milchpulver (plus 18,3 Prozent), 22.592 Tonnen Butter (plus 7,9 Prozent) sowie 160.320 Frischprodukte (plus 22,5 Prozent) her. Während der Umsatz mit Milchpulver und Frischeprodukte um 29,5 Prozent beziehungsweise 21,8 Prozent kletterte, fielen die Erlöse aus dem Buttergeschäft mit 92,1 Mio. Euro um 11,9 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Milchauszahlungspreis kaum verändert

In der Folge konstanter Preise auf den Absatzmärkten unterlag der Milchauszahlungspreis im Jahr 2019 keinen nennenswerten Schwankungen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Milchauszahlungspreis der Molkerei Ammerland leicht um 0,2 Prozent auf 34,68 Cent/Kilogramm (2018: 34,62 Cent/Kilogramm). Die Auszahlungsleistung lag damit regional und bundesweit wieder deutlich über dem Durchschnitt.

Die Bilanzsumme des Unternehmens ist im Geschäftsjahr 2019 um 5,2 Prozent auf 315,7 Mio. Euro gestiegen. Das Eigenkapital wuchs um insgesamt 7,5 Mio. Euro auf 136,4 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss mit 6,0 Mio. Euro und der Bilanzgewinn mit 3,6 Mio. Euro blieben nahezu konstant.

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