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Ersatzprodukte

Molkerei-Riese DMK stellt vegane Produkte für Milram vor

DMK-Standort Beesten
am Mittwoch, 08.12.2021 - 12:46 (1 Kommentar)

Im nächsten Jahr startet das größte deutsche Molkereiunternehmen eine vegane Offensive. Das Produktangebot wird um zahlreiche „Non Dairy“-Alternativen ergänzt.

Wie das Deutsche Milchkontor (DMK) in seinem Magazin Milchwelt erklärt, nehmen pflanzliche Milchalternativen am Markt eine immer wichtigere Rolle ein. Es sei daher „allerhöchste Zeit, dass DMK sich im Non-Dairy-Bereich gut aufstellt“. Ausgeschlossen sei jedoch eine Entwicklung, die die veganen Produkte zum wichtigsten Teil DMK-Produktion anwachsen lässt.

In das Sortiment aufgenommen werden sollen milchfreier Schoko- und Vanillepudding, veganer Kakao, ein veganes Reisdessert sowie eine Käsealternative. Diese neuen Produkte hätten bereits die Bereiche Marktforschung und Geschmackstests durchlaufen und sollen ab März 2022 unter der Markt Milram im Einzelhandel angeboten werden.

Kuhmilch bleibt Kerngeschäft des DMK

In seiner Unternehmensstrategie legte das DMK 2019 fest, den Fokus mehr auf Ernährungstrends und pflanzenbasierte Alternativen richten zu wollen. Das Ziel, die Wertschöpfungskette mit den veganen Produkten ergänzen zu wollen, sei erreicht worden. Zugleich seien laut Non-Dairy-Projektleiterin Lisa Mammen Alternativprodukte bei den Konsumenten angekommen. Dies spiegele sich in der Nachfrage bei den Fertig- und Convenience-Produkten wider. Auch in der Gastronomie gehörten vegetarische und vegane Gerichte längst zum Angebot, so Mammen. Dass sich DMK weiter als innovative Molkereigenossenschaft positioniere, könne „nur im Interesse eines jeden Mitarbeiters und Landwirts liegen“.

Doch auch DMK-Projektleiterin Nina Rempe betont, dass die Kuhmilchverarbeitung das Kerngeschäft von DMK bleiben werde. Wie die Ernährungstrends jüngerer Verbraucher im Unternehmen bewertet werden, spiele keine Rolle. So sei das DMK nicht Treiber der Entwicklung, sondern der Teil der Wertschöpfungskette, der die Trends für Wachstumschancen am Markt nutze.

Umsatz von fünf Milliarden Euro in der EU erwartet

Eine ING-Research-Studie habe laut Milchwelt-Magazin ergeben, dass sich der Umsatz für pflanzliche Alternativprodukte 2024 in der EU auf fünf Milliarden Euro belaufen werde. Es seien Entwicklungen wie das weltweite Bevölkerungswachstum, der zunehmende Ressourcenverbrauch und Klimawandel sowie ein verändertes Bewusstsein für Gesundheit, Geschmack und Tierwohl, die das Kaufverhalten der unter 30-Jährigen beeinflussten.

In Deutschland sei der Umsatz bei veganen Lebensmitteln in vier Jahren um 87 Prozent gestiegen. Für den Leiter der Genossenschaft Ingo Müller bestehe darin eine Chance, die Produktpalette zu erweitern und neue Zielgruppen zu erschließen. „Wir wollen diese Entwicklung mitgestalten, um unserer Vision ‚Die Erste Wahl. Ein Leben lang.‘ gerecht zu werden“, so Müller.

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