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Milchindustrie

Molkerei Schwälbchen setzt auf Großverbraucher statt LEH

Blick in ein Großküche
am
31.07.2019
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Die Privatmolkerei Schwälbchen will sich stärker auf Großkunden konzentrieren statt auf den klassischen Einzelhandel.

Die hessische Molkerei möchte sich unabhängiger machen vom klassischen Milchgeschäft mit dem Einzelhandel. Darum wird Schwälbchen den Frischdienst für Großverbraucher wie Kantinen in Unternehmen, Schulen oder Kliniken und die Gastronomie ausbauen. Schon jetzt erwirtschaftet dieser Geschäftsbereich weit mehr als die Hälfte des Gewinns, sagte Unternehmenschef Günter Berz-List in Bad Schwalbach.

Rekordzahlen werden voraussichtlich nicht wieder erreicht

Der Markt für die Lebensmittellieferung an Großkunden mit regionalen Produkten sei noch nicht so festgefahren wie im klassischen Einzelhandelsgeschäft mit Milch, Sahne und Joghurtprodukten, erklärte Berz-List. «Hier können wir noch punktuell wachsen.»

Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres sind Umsatz und Gewinn der Molkerei im Vergleich zu den Rekordzahlen aus dem Jubiläumsjahr 2018 gesunken. Berz-List geht nach vorläufigen Zahlen von einem Minus der Erlöse um 2,3 Prozent auf rund 92 Millionen Euro aus. Der Gewinn nach Steuern sei zum Halbjahr von 1,8 Millionen auf 1,1 Millionen Euro zurückgegangen.

Schwächere Nachfrage nach Frischprodukten

Zum 80. Jubiläum von Hessens größter Molkerei hatte die Gruppe im Vorjahr einen Überschuss von mehr als 3 Millionen Euro verbucht. Die Erlöse lagen bei rund 186 Millionen Euro. Die Milchverarbeitung belief sich auf etwa 138 Millionen Kilogramm.

Weil der Frühsommer 2019 weniger heiß war als im Vorjahr mit anhaltenden Rekordwerten, sei die Nachfrage nach Frischprodukten und Mix-Getränken in den ersten sechs Monaten schwächer gewesen, berichtete Berz-List zu der rückläufigen Entwicklung. Zudem habe die Milchverarbeitung im ersten Halbjahr abgenommen und das Preisniveau unter dem des Vorjahreszeitraums gelegen.

Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand verhalten optimistisch: Er gebe zwar die Hoffnung auf einen guten Sommer mit einem Mix aus Wärme zu Gunsten der Produktnachfrage und ausreichenden Niederschlägen im Sinne der Landwirtschaft nicht auf. «Das Ergebnis aus dem Vorjahr werden wir aber nicht aufholen können.»

Mit Material von dpa

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