Login
Agrarchemie

Monsanto mit durchwachsenen Zahlen vor geplanter Fusion mit Bayer

Bayer und Monsanto
Bayer und Monsanto unterzeichneten eine bindende Fusionsvereinbarung, die Bayer die Übernahme von Monsanto für rund 66 Milliarden Dollar (knapp 59 Mrd Euro) ermöglicht. © dlv
von am
05.01.2018

Schwache Zahlen vor dem Mega-Deal: Monsanto tritt kurz vor der geplanten Übernahme durch Bayer wirtschaftlich auf der Stelle. Die Leverkusener beginnen damit, US-Anteile abzustoßen – um die Wettbewerbsprüfer zufrieden zu stellen.

Vor der geplanten Übernahme durch Bayer hat der US-Agrarkonzern Monsanto durchwachsene Zahlen vorgelegt. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende November 2017 stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert nur minimal auf 2,7 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro), wie Monsanto am Donnerstag (4.1.) mitteilte. Der Gewinn kletterte zwar kräftig von 29 Millionen auf 169 Millionen Dollar, Grund waren jedoch vor allem Verkäufe von Firmenteilen.

Insgesamt blieben die Ergebnisse hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Zum Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr machte Monsanto mit Verweis auf die bevorstehende Übernahme durch Bayer keine Angaben.

Bayer bietet Gemüsesaatgutsparte zum Verkauf an

Nach einem Bericht der „New York Post“ hat der Bayer-Konzern bereits mit dem Verkauf von Unternehmensteilen begonnen. Bayer-Chef Werner Baumann biete derzeit unter anderem einen Hersteller von Saatgut für Gemüse sowie einen Agrar-Softwarespezialisten an, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Ein Sprecher von Bayer wollte diese Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Inklusive der bereits BASF versprochenen Geschäftsteile dürften die abzugebenden Sparten laut dem Bericht über den 1,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz liegen, die Bayer bei der Ankündigung der Monsanto-Übernahme zu verkaufen bereit war. Im Mai 2016 – bei Bekanntgabe der Pläne - waren das umgerechnet 1,4 Milliarden Euro.

Die Entscheidung fällt im März

Monsanto zeigte sich zuversichtlich, die Fusion rasch abschließen und dadurch neue Kräfte freisetzen zu können. Bayer will das umstrittene US-Unternehmen für 66 Milliarden Dollar inklusive Schulden übernehmen und so den führenden Agrarchemie-Konzern schmieden.

Die Entscheidung der EU-Kommission über den Ausgang der wettbewerbsrechtlichen Prüfung der Fusion wird Anfang März erwartet.

Mit Material von dpa
Auch interessant