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Pflanzenschutzmittel

Monsanto kündigt Berufung im Glyphosaturteil an

Glyphosatbehandlung einer Rapsstoppel
am
14.08.2018

Nach dem in den USA ergangenen Urteil gegen Monsanto wegen einer krebsverursachenden Wirkung von Glyphosat hat die Bayer-Tochter Berufung angekündigt.

Mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen, einschließlich derjenigen der US-Umweltbehörde (EPA), des U.S. National Institutes of Health und anderer Regulierungsbehörden weltweit, unterstützten den Befund, dass Glyphosat nicht krebserregend sei und auch die Erkrankung des Klägers Dewayne Johnson nicht verursacht hätten, betonte Monsanto-Vizepräsident Scott Partridge.

Ein Gericht in San Francisco hatte die Bayer-Tochter am vergangenen Freitag zu einem Schmerzensgeld von 289 Mio US-Dollar (252 Mio Euro) verurteilt. In der Begründung heißt es, Monsanto habe es versäumt, den Kläger vor dem von Glyphosat ausgehenden Krebsrisiko zu warnen. Der Wirkstoff habe wesentlich zur Johnsons Erkrankung beigetragen. Das Gericht sprach in dem Zusammenhang von „Heimtücke“.

Prozessbeobachter gehen davon aus, dass die Zahlung in der nächsten Instanz drastisch reduziert werden dürfte oder die Klage auch gänzlich kippen könnte.

Brasilianisches Gericht verbietet Glyphosat

Neben Johnson machen allerdings mehr als 5.000 weitere Kläger Ansprüche gegen Monsanto wegen gesundheitlicher Schäden geltend, die ihren Angaben zufolge durch Glyphosat verursacht wurden.

Der Herbizidwirkstoff steht derzeit nicht nur in den USA, sondern auch global unter Beschuss. Erst in der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Brasilien den Einsatz von Glyphosat - neben den Wirkstoffen Abamectin und Thiram - auf den Feldern des südamerikanischen Landes vorerst verboten.

agrarheute-Redakteur Klaus Strotmann hat die Entscheidung des US-Gerichts in einem Kommentar eingeordnet.

Mit Material von Agra-Europe
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