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Erzeugerorganisation

Niederlande: Kartoffelanbauer bündeln sich

am Donnerstag, 20.02.2020 - 15:32 (Jetzt kommentieren)

Damit Kartoffelanbauer besser ihre Preise verhandeln können, haben sich in den Niederlanden Anbauverbände zusammengeschlossen. Sie wollen auch mit Anbauern in Deutschland kooperieren.

Die niederländischen Ackerbauverbände NAV und VTA haben eine eigenständige Erzeugerorganisation für Konsumkartoffeln (POC) in Dronten gegründet.

Wie die Verbände mitteilten, haben sie bereits die Anerkennung dieses Zusammenschlusses nach den Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beim Haager Landwirtschaftsministerium beantragt. Mit der Bündelung wollen sie die Position der Anbauer bei Kontrakt- und Preisverhandlungen mit der Verarbeitungsindustrie zu verbessern.

Die Kartoffelbauern des Landes wurden aufgefordert, eine Mitgliedschaft einzugehen. Der Jahresbeitrag dafür wurde vorläufig auf 100 Euro festgelegt. Die erste POC-Mitgliederversammlung soll am 2. März in Almkerk stattfinden.

Der neue Zusammenschluss soll dem NAV zufolge mit Kartoffelanbauern in Deutschland, Frankreich und Belgien kooperieren. Ziel sei es, zu vermeiden, dass die Verarbeitungsindustrie ihre Nachfrage als Reaktion auf die Einrichtung der POC auf Anbieter in diesen Ländern verlagere.

Die GAP räume Erzeugerorganisationen mehr Spielraum ein als das Kartellrecht, hoben die Gründerverbände hervor. Die einzige Vorgabe in dieser Hinsicht sei, dass die Konkurrenz nicht vollständig vom Markt ausgeschlossen werden dürfe. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Mitglieder ihre Ware weiterhin nach eigenen Absatzstrategien vermarkten könnten. Dies sei beispielsweise in einer Genossenschaft nicht möglich.

Nach Angaben der niederländischen Ackerbauverbände spielen die Produktionskosten bei der Festsetzung von Preisen für die vertraglich gebundene Ware zurzeit keine große Rolle, weil der einzelne Kartoffelanbauer nicht auf Augenhöhe mit den global agierenden Abnehmern verhandeln könne. Angesichts gestiegener gesellschaftlicher Anforderungen an die Produktionsweise und einer entsprechenden Umwelt- und Klimaschutzpolitik stehe der Sektor vor großen Herausforderungen, den Anbau aufrechtzuerhalten. Für den einzelnen Erzeuger sei diese Aufgabe nicht lösbar.

Mit Material von AgE
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