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Nordzucker-Aufsichtsratschef stirbt unmittelbar vor Hauptversammlung

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Anke Fritz, agrarheute
am
06.07.2018

Die Nachricht erreicht Europas zweitgrößten Zuckerhersteller während der Hauptversammlung: Aufsichtsratschef Hans-Christian Koehler ist plötzlich gestorben.

Aufsichtsratschef Hans-Christian Koehler von Nordzucker

Unmittelbar vor der Hauptversammlung von Europas zweitgrößtem Zuckerhersteller Nordzucker ist der langjährige Aufsichtsratschef Hans-Christian Koehler am Donnerstag im Alter von 62 Jahren gestorben. "Die Nachricht von seinem Tod kam in der Veranstaltung selber, die dann in gedrückter Stimmung zu Ende gebracht wurde", sagte Nordzucker-Sprecherin Tanja Schneider-Diehl der Deutschen Presse-Agentur.

Todesursache ist noch unbekannt

Der aus Barum-Eppensen im Kreis Uelzen stammende Landwirt gehörte dem Aufsichtsrat der Nordzucker AG seit der Gründung an und übernahm 2011 dessen Vorsitz.

Seine Aufgaben werden bis auf Weiteres von seinem bisherigen Stellvertreter, Jochen Johannes Juister, übernommen. Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden war wegen des plötzlichen Todes von Koehler zunächst ausgesetzt worden. Am Vortag sei er auf der Hauptversammlung der Muttergesellschaft gewesen. Einen Grund für den völlig unerwarteten Tod Koehlers konnte die Pressesprecherin zunächst nicht nennen.

Enge Verzahnung war Koehlers Anliegen

Nordzucker verliert mit Hans-Christian Koehler nach eigenem Bekunden eine Persönlichkeit, die die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat.

Der aktive Landwirt aus Barum-Eppensen im Kreis Uelzen war Rübenanbauer aus Leidenschaft und seit 1997 als Repräsentant und Botschafter für die Norddeutsche Zuckerwirtschaft unterwegs. Zunächst als Vorstandsmitglied der Zucker-Aktiengesellschaft Uelzen-Braunschweig (ZAG), später als deren Vorsitzender, war er maßgeblich an der Gründung der Nordzucker AG (1997) sowie dem Zusammenschluss zur Nordzucker Holding AG (2004) beteiligt und seitdem Mitglied deren Vorstands.

Rübenanbauer und Aktionäre eng zu verzahnen, habe Koehler als Erfolgsfaktor für das Unternehmen angesehen, so Nordzucker. Seine Leidenschaft für Nordzucker, die enge Verbundenheit zu Landwirten und Mitarbeitern des Unternehmens, fundierte Kenntnisse und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, hätten ihn besonders ausgezeichnet.

Verkürzte Hauptversammlung beschließt Dividendenanhebung

Nach der Nachricht vom Tod Koehlers war die Hauptversammlung der Nordzucker AG verkürzt beendet worden. Sie beschloss eine im Vergleich zum Vorjahr um 10 Cent gesteigerte Dividende von 1,20 Euro je Aktie. Insgesamt werden rund 58 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet.

Der Wegfall der EU-Zuckerquote hat die Bilanz von Nordzucker deutlich getrübt. Trotz sinkendem Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 sei es aber gelungen, den Gewinn auf
118 Millionen Euro nach 99 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum zu steigern. Im laufenden Geschäftsjahr soll ein Verlust möglichst vermieden werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit Material von dpa, Nordzucker
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