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Zuckermarkt

Nordzucker macht Miese – ist aber optimistisch

Zuckerrüben
am Freitag, 28.06.2019 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

Preisverfall, Überproduktion und die veränderten politischen Rahmenbedingungen waren die Themen der Hauptversammlung der Nordzucker AG.

Der Vorstandsvorsitzende der Nordzucker AG, Dr. Lars Gorissen, beschrieb in seiner Rede zunächst das aktuelle Marktumfeld: „Die Bedingungen sind aufgrund der Überproduktion auf dem Weltmarkt und nach Abschaffung der Quoten auch in der EU extrem anspruchsvoll.

Treiber sind neben Subventionen in Indien und Thailand auch gekoppelte Zahlungen für den Rübenanbau in zahlreichen Ländern der EU. Das verzerrt den Wettbewerb, hier ist die Politik gefordert.“ Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Nordzucker gute Perspektiven für Unternehmen und Anbauer.

„Bei dem Preisniveau kann kaum jemand kostendeckend Zucker liefern“, sagte Gorissen und betonte zugleich: „Weltweit steigt die Nachfrage kontinuierlich. Zucker ist zudem eine wichtige Zutat in Lebensmitteln und nicht einfach zu ersetzen. Wir rechnen mittelfristig mit steigenden Preisen und setzen klar auf Zucker – aus Zuckerrübe und Zuckerrohr.“

Nordzucker steigt ins Zuckerrohrgeschäft ein

Zuckerfabrik

Um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein und weiter zu wachsen, hat Nordzucker einen umfassenden Transformationsprozess in Europa gestartet. Im Rahmen der Vertriebsstrategie wird das Produkt- und Serviceportfolio angepasst. Die Organisation wird auf die Kernprozesse fokussiert und die Kosten werden deutlich reduziert.

Zudem steigt Nordzucker ins Zuckerrohrgeschäft ein und plant die Transaktion des zweitgrößten australischen Produzenten Mackay Sugar Limited zeitnah abzuschließen. Damit erschließt sich Nordzucker nicht nur den australischen Markt, sondern sichert sich den Zugang zu dem am stärksten wachsenden Markt in Asien. 

Jochen Johannes Juister, Aufsichtsvorsitzender der Nordzucker AG, betonte: „Die Rahmenbedingungen haben sich für Nordzucker und ihre Landwirte drastisch verändert. Das Unternehmen ist aber nach wie vor sehr stabil und solide aufgestellt. Als Aufsichtsrat unterstützen wir die Strategie und den eingeleiteten Transformationsprozess vollumfänglich.“ Juister bekräftigte: „Die Perspektiven für Zucker sind nach wie vor gut.“

Umsatz und Gewinn brechen ein

Die Hauptversammlung bekräftigte den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat mit sehr großer Mehrheit. Die Hauptversammlung hat zudem Jochen Johannes Juister (Nordhastedt) nahezu einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt, ebenso wurde Henrik Madsen (Padborg, Dänemark) mit überzeugender Mehrheit als Mitglied in Aufsichtsrat der Nordzucker AG gewählt.

Im ersten kompletten Geschäftsjahr ohne feste Quoten und Mindestpreise erzielte Nordzucker mit 1.650 Millionen Euro einen 18 Prozent geringeren Umsatz als noch im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug minus 58 Millionen Euro (Vorjahr: 154 Mio. Euro). Das Geschäftsjahr schloss Nordzucker mit einem Jahresfehlbetrag von minus 36 Millionen Euro (Vorjahr: 118 Mio. Euro) ab.

Aufgrund der Geschäftsentwicklung wird keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Nordzucker Konzern mit Hauptsitz in Braunschweig, ist einer der führenden Zuckerhersteller in Europa und produziert darüber hinaus Bioethanol sowie Futtermittel aus Zuckerrüben. Insgesamt bilden 3.200 Mitarbeiter und 18 Produktions- und Raffinationsstätten konzernweit die Basis für den weiteren Wachstumskurs.

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