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Molkereibranche

Omira: Landwirte könnten im Herbst übriges Geld für Anteile bekommen

am Mittwoch, 05.06.2019 - 14:38

Der Streit zwischen Omira und Lactalis dürfte bald erledigt sein. Dann wäre viel Geld frei, um die restlichen Geschäftsanteile auszuzahlen.

Omira-Werk-Ravensburg

Das Warten der rund 2.000 Omirabauern auf die restliche Auszahlung der Geschäftsanteile dürfte bald ein Ende haben. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, stehen Lactalis und Omira-Oberland-Milchverwertung (OOMV) kurz vor einer Einigung. Lactalis hatte Omira wegen finanzieller Schwierigkeiten 2017 aufgekauft.

Spätestens in zwei Wochen könnten Verträge zur Einigung unterschrieben sein, heißt es. Weder OOMV-Chef Erich Härle noch Lactalis-Chef Moren Felthaus wollten sich vor der finalen Vertragsunterschrift dazu gegenüber der Tageszeitung oder agrarheute äußern.

Lactalis bekommt wohl nur 400.000 Euro

Lactalis wollte von den Omirabauern insgesamt 23,5 Mio. Euro haben, unter anderem wegen vermuteter Vertragstäuschung, weil die OOMV den Umrechnungsfaktor beim Milchkauf angeblich ohne Wissen von Lactalis auf 1,03 erhöhte hätte. Rund 4 Mio. Euro wollte Lactalis wegen fehlendem Brandschutz im Werk Ravensburg, für fehlerhafte Produkte in 2017 sowie für Anwalts- und Entsorgungskosten.

Wie agrarheute berichtete, empfanden die Omirabauern diese Forderungen als völlig "an den Haaren herbeigezogen".

Laut Schwäbischer Zeitung haben sich OOMV und Lactalis nun wohl auf einen Schaden von 400.000 Euro verständigt. Lactalis soll zudem die Anwaltskosten tragen. 

Erst Kassensturz, dann Auszahlung

Wenn die Einigung nach Pfingsten unterschrieben sein sollte, werden 10 Mio. Euro von einem Sperrkonto frei. Das Geld sollten die Omirabauern eigentlich schon Ende 2018 erhalten, wenn alle Gewährleistungsfragen geklärt gewesen wären.

Nach einer Betriebsprüfung im Sommer will dann die OOMV die Geschäftsanteile auszahlen. Derzeit ist aber noch offen, ob Landwirte ihre Geschäftsanteile komplett erhalten werden.