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Zuckerindustrie

Pfeifer & Langen prognostiziert Zuckerknappheit in der EU

Rübenannahme in Jülich, Pfeifer & Langen
am Montag, 10.12.2018 - 14:42 (Jetzt kommentieren)

Pfeifer & Langen sieht eine Trendwende am EU-Zuckermarkt. Die Rübenanbauer sollen den Anbau daher nicht einschränken.

Nach einer Phase der weltweiten Überschüsse am Zuckermarkt mit sehr niedrigen Preisen sieht der Kölner Zuckerhersteller Pfeifer & Langen für die beiden kommenden Jahre eine knappe Versorgung des Binnenmarktes. Den Rübenanbauern empfiehlt Dr. Hermann Schmitz, Leiter Landwirtschaft des Familienunternehmens, daher für die Aussaat 2019, die mit Zuckerrüben bestellte Fläche nicht einzuschränken.

"Zucker wird in der EU 2018/19 knapp, das ist sicher", sagte Schmitz. Landwirte, die jetzt aus dem Rübenanbau ausstiegen, würden einen großen Fehler machen, auch wenn die Preise in der laufenden Kampagne weder für die Zuckerindustrie noch die Landwirte "auskömmlich" seien.

Bezahlung für Überrüben angepasst

Hermann Schmitz und Heinz Leipertz

Um die Rübenanbauer in der aktuell schwierigen Lage zu unterstützen, begann die Kampagne bei Pfeifer & Langen in diesem Jahr außergewöhnlich spät, nämlich erst am 1. Oktober. Jedes noch zu erwartende Wachstum der Rüben sollte mitgenommen werden, wie der Leiter der Werke Apeldoorn, Euskirchen und Jülich, Heinz Leipertz, erläuterte.

Mit 99 Tagen wird die Kampagne auch zwei bis drei Wochen kürzer sein. Um die Liquidität der Erzeuger zu verbessern, werden alle Überrüben zum Vertragsrübenpreis wie im Flexpreismodell bezahlt. Die monatliche Zahlung auf Lieferung wurde angehoben. Leipertz bezifferte den Liquiditätsvorteil für die Rübenanbauer auf 5 Euro/t Rüben.

Zuckerexport überraschend schnell gesteigert

Pfeifer & Langen geht für das am 1. Oktober begonnene Zuckerwirtschaftsjahr 2018/19 davon aus, dass die weltweite Produktion deutlich zurückgehen wird. Mit nur noch 185,9 Mio t könnte der voraussichtliche Verbrauch von 186,4 Mio t leicht unterschritten werden. Der Endbestand dürfte folglich kleiner ausfallen als 2017/18. Noch bis vor wenigen Wochen hatten die meisten Prognosen auf einen weiteren Bestandsaufbau hingedeutet.

Schmitz stellte fest, dass die sehr große Ernte 2017 "verbraucht" sei. Für die EU rechnet er mit einem Rückgang des Endbestands von 2,7 Mio t Ende September 2018 auf nur noch 0,9 Mio t bis zum 30. September 2019. "Es ist den EU-Exporteuren gelungen, die Ausfuhren deutlich schneller als erwartet kräftig anzukurbeln", stellte Schmitz vor Agrarjournalisten in der Kölner Unternehmenszentrale fest. Die schwache Ernte 2018 entlaste zusätzlich den Markt.

Dreistelliger Millionenbetrag investiert

Pfeifer & Langen richtet seine Unternehmensstrategie weiterhin auf die Zuckerrübe aus. Der Import von Rohzucker wurde zugunsten der Verarbeitung von Rübenzucker praktisch eingestellt.

Zudem investiert der Konzern "einen dreistelligen Millionenbetrag" in seine Standorte im Rheinland und im ostdeutschen Könnern, aber auch im Ausland wie zum Beispiel im polnischen Sroda. Schmitz zufolge wurden im Rahmen der Strategie 2020 bereits 280 Mio bis 300 Mio Euro in die Werke investiert.

Die Lage am EU-Zuckermarkt – Interview mit Dr. Hermann Schmitz, Pfeifer & Langen

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