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Molkerei

Piding bestraft große Milchviehbetriebe

am Mittwoch, 16.10.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Milchwerke Berchtesgadener Land in Piding führen eine negative Mengenstaffel ein. Damit will die Molkerei das Größenwachstum begrenzen.

Liefermengenstaffeln bei Molkereigenossenschaften sind eigentlich nichts Neues. Doch die neue Staffel der Milchwerke Berchtesgadener Land, Piding, dürfte für Diskussionen unter Milchbauern sorgen.

So hat die Genossenschaft in ihrer aktuellen Milchpost angekündigt, ab 1. Januar 2020 eine Mengenstaffel einzuführen, die Abzüge beim Milchpreis für große Milchviehbetriebe vorsieht. Vorstand und Aufsichtsrat haben die neue Staffel vor kurzem abgesegnet.

Die Staffel sieht wie folgt aus:

Gesamtmilchmenge/Mitglied/Jahr Preisabzug (Cent(kg)
ab 1 Mio. kg -1
ab 2 Mio. kg

-3

ab 3 Mio. kg -5
ab 4 Mio. kg -10

Der Abzug greift für die Milchmenge, die die jeweilige Grenze überschreitet. Wer zum Beispiel 1,5 Mio. kg pro Jahr Milch anliefert, bekommt für 0,5 Mio. kg Milch 1 Cent weniger ausgezahlt. Für die Menge bis 1 Mio. kg zahlt die Molkerei jeweils den vollen Milchpreis.

Grundlage ist jeweils die Gesamtliefermenge eines Mitglieds pro Jahr. Lieferungen aus mehreren Betriebsstätten fasst die Molkerei zusammen.

Nur wenige Betriebe von Minsustaffel betroffen

Piding-Trinkmilch

Nach Angaben der Molkereigenossenschaft sind derzeit weniger als zehn Milchviehbetriebe von der neuen Mengenstaffel betroffen. Eine Betriebsteilung wird den Betroffenen wenig helfen.

"Sie bedingt eine neue Mitgliedschaft bzw. die Vergabe einer zusätzlichen Kannen-Nummer, die nur mit Einwilligung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgen kann", so die Unternehmenssprecherin Barbara Steiner-Heinz. Jede Neuaufnahme eines Mitglieds bedürfe die Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die Molkerei begründet die Einführung damit, dass "Massentierhaltung bei Verbrauchern und Tierschutzorganisationen auf immer mehr Skepsis stoße. So seien in jüngster Zeit auch die Milchviehhaltung in den Fokus der Diskussionen geraten. Dies erschwere die Kommunikation und Vermarktung der Berchtesgadener Premiummilch, heißt es im Rundschreiben.

Zudem verlangten immer mehr Lieferanten von der eigenen Molkerei, den Strukturwandel in Richtung Großbetriebe nicht weiter zu fördern und die kleinbäuerlichen Strukturen zu erhalten.

Bei einer Milchleistung zwischen 8.000 und 10.000 kg/Jahr fallen nach der Definition der Milchwerke Berchtesgadener Land schon Betriebe mit 100 bis 125 Kühen unter Massentierhaltung.

 

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