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Energiekosten und Wirtschaftskrise

Pleitewelle und viele Arbeitslose - wegen Gaspreis-Krise

Solarenergie vom Dach.
am Dienstag, 25.10.2022 - 13:33 (1 Kommentar)

Die hohen Gaspreise und die Energiekrise setzen der Wirtschaft hart zu. Die Folgen: Pleiten, Betriebsverlagerungen ins Ausland und der Abbau von Arbeitskräften – also Entlassungen.

Industrieproduktion.

Die Familienunternehmen in Deutschland sind von der Gas- und Strompreiskrise schwer getroffen. Immer mehr Unternehmen müssen wegen der hohen Energiepreise geplante Projekte zurückstellen. Teilweise müssen sie die Produktion aufgeben oder ins Ausland verlagern. Viele Unternehmen müssen wahrscheinlich Personal abbauen.

Das ist aber nicht die einzige Konsequenz aus der Energiekrise. 82 Prozent der Betriebe wollen auch Investitionen in Energieeffizienz umsetzen oder haben dies schon getan. 48 Prozent wechseln zu anderen Energieträgern oder planen das. Das geht aus einer Umfrage der Stiftung Familienunternehmen bei 1060 Unternehmen hervor, die das ifo-Institut im September 2022 durchgeführt hat.

Die Ergebnisse seien ein Alarmsignal, sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und Politik gegenüber der Tageschau. Es gebe seit einiger Zeit eine schleichende Verlagerung industrieller Wertschöpfung. „Diese fatale Entwicklung am Standort Deutschland beschleunigt sich. Die Unternehmen fahren die Fertigung in Deutschland zurück oder verlagern ihre Produktion dorthin, wo Energiekosten, Steuern und Bürokratielasten niedriger sind, sagt Kirchhöfer weiter.

Arbeitsplatzabbau und Preiserhöhungen

Laut der ifo-Umfrage planen neun Prozent der Unternehmen, Betriebsstätten ins Ausland zu verlagern. Vor einem halben Jahr waren es lediglich sechs Prozent. Die Politik versuche, die steigenden Energiekosten zu dämpfen, was richtig sei, sagte Kirchdörfer. "Wir benötigen Maßnahmen, die den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen."

Die Energiekosten schlagen laut Verband inzwischen stärker bei den Unternehmen durch. Im Jahr 2022 entfielen danach durchschnittlich 8,2 Prozent des Gesamtumsatzes auf Energiekosten. Im Jahr 2021 waren es nur 5,1 Prozent.

Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass 90 Prozent der Unternehmen wahrscheinlich die Preise erhöhen werden oder Preiserhöhungen schon durchgesetzt haben. Bei 25 Prozent der befragten Unternehmen ist der Abbau von Arbeitsplätzen eine Maßnahme, um den steigenden Energiepreisen zu begegnen. Bei der letzten Umfrage der Stiftung im April planten dies nur 14 Prozent.

Auch Produktionsstopps (jetzt 13, vorher 6 Prozent) sind nun wahrscheinlicher geworden als vor sechs Monaten. Produktionsverlagerungen ins Ausland vollziehen nun 9 (vorher 6) Prozent der Unternehmen.

Schlechte Noten für die Politik

Die am häufigsten genannte Maßnahme, um Energie zu sparen und die gestiegenen Kosten abzufedern, war laut ifo die Senkung der Gebäudetemperatur. Dazu kommt der Abbau von Überstunden und Urlaub, mehr Homeoffice sowie Kurzarbeit.

Subventionen für private Investitionen in Energieeffizienz oder erneuerbare Energien haben für die Unternehmen zudem dieselbe Priorität wie gezielte Hilfen für Unternehmen oder Industriezweige.

Das bevorzugte Mittel der Wahl war allerdings eine befristete Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke in Deutschland, wie sie sich ja jetzt abzeichnet. Erstaunlich positiv schätzen die Unternehmen die Versorgungssicherheit ein.

Fast 60 Prozent gaben den Energielieferanten die Note eins oder zwei, weitere 23 Prozent ein befriedigend. Unzufrieden sind die Unternehmen mit dem Krisenmanagement der Politik. Sie geben dafür im Schnitt die Note vier minus.

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